Letztes Update am Fr, 27.09.2019 13:08

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Fußball

Unregelmäßigkeiten bei Wahl: Messi zu Unrecht Weltfußballer?

Mehrere Trainer und Kapitäne wenden sich an die FIFA, weil ihre Stimmen nicht richtig in die Wahl eingeflossen sein sollen. Nicaraguas Verband räumte inzwischen Fehler bei Weltfußballer-Wahl ein.



Weltfußballer Lionel Messi feierte mit seiner Familie den sechsten Titel - Rekord!

© AFPWeltfußballer Lionel Messi feierte mit seiner Familie den sechsten Titel - Rekord!



Zürich — Der Nationaltrainer des Sudans, der Kapitän der Landesauswahl Nicaraguas und Ägyptens Fußballverband - alle haben Unregelmäßigkeiten bei der diesjährigen Wahl zum Weltfußballer angeprangert. Zwar verteidigte sich die FIFA am Donnerstag gegen Vorwürfe, bei der Auszeichnung des Argentiniers Lionel Messi sei es nicht mit rechten Dingen zugegangen. Doch es bleiben offene Fragen.

Falsche Stimme, gar keine, nicht gezählt?

Sudan-Coach Zdravko Logarusic twitterte ein Foto seines Stimmzettels, auf dem das Erststimmen-Kreuz neben dem Namen des Ägypters Mohamed Salah vom FC Liverpool gesetzt ist. Laut der offiziellen Fifa-Liste ging die Stimme jedoch an Messi. Der ägyptische Verband EFA wiederum verlangte in einem Facebook-Eintrag vom Weltfußballverband eine Erklärung, warum die Stimmen seines Auswahl-Trainers und -Kapitäns nicht gezählt wurden. Sie seien rechtzeitig vor dem Stichtag am 19. August abgegeben worden.

Der Fußballverband aus Nicaragua hat nach Unklarheiten über seine Stimmabgabe bei der diesjährigen Wahl zum Weltfußballer einen "Verwaltungsfehler" eingeräumt. Die ausgefüllten Wahlunterlagen seien "irrtümlicherweise" mit dem Namen und der Unterschrift von Kapitän Juan Barrera, versehen worden, hieß es am Donnerstag in einer Mitteilung des Verbands. Gewählt habe aber eigentlich Manuel Rosas.

Barrera hatte zuvor auf Twitter erklärt, nicht an der Abstimmung teilgenommen zu haben. In der FIFA-Liste tauchte er allerdings auf - demnach hatte er seine Erststimme dem Argentinier Lionel Messi gegeben. Der nicaraguanische Fußballverband bezeichnete die Situation als "Missverständnis". "Wir übernehmen die Verantwortung für den Verwaltungsfehler", hieß es in der Mitteilung. Sowohl Rosas als auch Mannschaftstrainer Henry Duarte hätten aber für Messi gestimmt, "ganz so, wie es in der offiziellen Liste der FIFA steht".

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Der Verband entschuldigte sich bei der FIFA, der nach Bekanntwerden des Falls vorgeworfen wurde, bei der Auszeichnung Messis sei es nicht mit rechten Dingen zugegangen. Stürmerstar Messi vom FC Barcelona erhielt die Auszeichnung bei der Preisverleihung am Montag in Mailand bereits zum sechsten Mal. Der Argentinier wurde damit Rekord-Weltfußballer.

An der Wahl konnten die Kapitäne und Trainer aller Nationalteams sowie Fans und Medienvertreter teilnehmen. Selbst wenn vereinzelt falsche Stimmen gezählt worden sein sollen, hätte das am Sieg von Messi nichts verändert, da alle vier genannten Gruppen jeweils 25 Prozent zum Ergebnis beitragen.

Österreichs Teamkapitän Julian Baumgartlinger wählte laut FIFA-Angaben übrigens Eden Hazard zum besten Spieler, dahinter reihte er Messi und Virgil van Dijk. ÖFB-Teamchef Franco Foda entschied sich für Mohamed Salah, Cristiano Ronaldo und Kylian Mbappe. (APA/dpa)