Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 01.10.2019


Schiedsrichter

Tiroler Schiedsrichter-Duo nährt den Slogan “Karriere mit Pfiff“

Mit Bundesliga-Kraft Walter Altmann und Olivia Tschon wird Tirol ab 2020 voraussichtlich zwei neue FIFA-SchiedsrichterInnen stellen.

Trittsicher und umsichtig – Olivia Tschon, hier beim Cupderby zwischen Oberperfuss und Kematen, darf bald international auftreten.

© Michael KristenTrittsicher und umsichtig – Olivia Tschon, hier beim Cupderby zwischen Oberperfuss und Kematen, darf bald international auftreten.



Von Alex Gruber

Innsbruck – In der achtköpfigen Schiedsrichter-Kommission des Österreichischen Fußballbundes sitzen mit Reini Kaserer und Laufwunder Conny Plautz – hielt beim Cooper-Test mit 3600 Metern einen nationalen und mit 3570 Metern einen UEFA-Schiri-Rekord – zwei verdiente Tiroler. Und sie waren mit dabei, als in diesem Kreis vor einigen Tagen der Beschluss gefasst wurde, Walter Altmann (34) und Olivia Tschon (25) als rot-weiß-rote Unparteiische bei der FIFA zu nennen. Die Bestätigung seitens des Weltverbandes sollte Ende des Jahres ein Formalakt sein. „Da muss man als Tiroler doch stolz sein, wenn das einer schafft“, lacht Kaserer, vormals langjähriger Schiedsrichter-Obmann beim Tiroler Fußballverband, das Herz.

Der Slogan „Karriere mit Pfiff“ trifft auf Altmann, der seit drei Jahren in der ersten Bundesliga pfeift, mit Sicherheit zu. „Gott sei Dank habe ich mich nach oben gedient, Natürlich waren internationale Bewerbe immer mein Ziel“, diktiert der Wörgler, der in Testspielen (u. a. ManCity – Besiktas oder Dortmund) schon viele Stars direkt vor seiner Nase hatte. Sein erstes Bundesliga-Match zwischen Sturm und Mattersburg (21. 10. 2017) sei auch ein Highlight gewesen, am kommenden Sonntag ist der Rettungs-Angestellte beim Bundesliga-Match zwischen Hartberg und LASK im Einsatz. Da ist auch Landsmann Andreas Staudinger, seit 2012 FIFA-Schiedsrichter-Assistent, mit von der Partie.

Für Familienvater Altmann, Sohn Philipp ist 16 Monate alt, beginnen die FIFA-Einsätze im kommenden Frühjahr. Da will er weiter seine persönlichen Grenzen und auch den Zeitrahmen ausloten. „Wenn die Familie irgendwann sagt, sie sieht den Briefträger öfter als mich, muss man sich was überlegen“, schmunzelt der Unterländer, der in den eigenen vier Wänden wie seitens des Arbeitgebers volle Rückendeckung genießt.

Zeigte in dieser Szene Sturms ÖFB-Teamspieler Stefan Hierländer (l.) und LASK-Stratege Peter Michorl, wo es langgeht – Walter Altmann.
Zeigte in dieser Szene Sturms ÖFB-Teamspieler Stefan Hierländer (l.) und LASK-Stratege Peter Michorl, wo es langgeht – Walter Altmann.
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Altmanns Rekord im 12-Minuten-Cooper-Test liegt übrigens bei gut 3200 Metern, sechs Tage steht er im Training oder den Matcheinsätzen in der Woche am Platz. Qualität, wie einst Felix Magath sagte, komme ja auch von Qual. Das gilt auch für die Unparteiischen, die weit weniger – außer bei Fehlentscheidungen – im Blickpunkt der Öffentlichkeit stehen.

Kometenhaft kann man den Aufstieg der Olivia Tschon nennen. Die 25-jährige Innsbruckerin stieg erst vor drei Jahren unter lauter Männern in der Tiroler Liga ein und diente sich mit starken Leistungen in die Regionalliga hoch. Ihr Name ist auch im Rahmen des Bundesliga-Förderkaders für Männer schon gefallen. Von ihrer FIFA-Nominierung und der Möglichkeit, internationale Frauen-Partien leiten zu dürfen, hat sie dieser Tage „überglücklich“ im Ägypten-Urlaub erfahren. Vielleicht klatschen ja auch ein paar Unterhaus-Kicker in der Heimat Beifall …