Letztes Update am Di, 01.10.2019 16:19

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Champions League

Ein mieser Abgang war Startschuss für die Weltkarriere von Mane

Liverpool-Star Sadio Mane erzwang im Sommer 2014 seinen Wechsel von Salzburg in die Premier League. Der unschöne Anfang einer erfolgreichen Fußballer-Geschichte.

Bei der Meisterfeier im Mai 2014 jubelte Liverpool-Star Sadio Mane (Zweiter von links) in der Red-Bull-Arena noch mit Florian Klein, Goalie Peter Gulacsi, Kevin Kampl und Martin Hinteregger (v. l.).

© gepaBei der Meisterfeier im Mai 2014 jubelte Liverpool-Star Sadio Mane (Zweiter von links) in der Red-Bull-Arena noch mit Florian Klein, Goalie Peter Gulacsi, Kevin Kampl und Martin Hinteregger (v. l.).



Salzburg – Der Champions-League-Kracher am Mittwoch in Liverpool ist für manche Salzburg-Kicker auch ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Sadio Mane und Naby Keita starteten ihre Karrieren bei den „Bullen“, Mane gilt inzwischen als brillanter Offensivspieler. Sein Abgang in Salzburg war allerdings weniger glanzvoll.

Enttäuschung bei Rangnick und Hütter

26. August 2014: Es war der Tag, an dem Salzburg den CL-Einzug perfekt machen wollte. Mit dem 2:1-Heimsieg im Gepäck brach die Truppe von Trainer Adi Hütter zum Play-off-Rückspiel nach Malmö auf – doch einer fehlte. Mane erschien nicht am Flughafen, weil er gedachte, kurz vor Ende des Transferfensters den geplanten Wechsel ins Ausland durchzudrücken. „Es gibt keinen Anlass dafür, sich so zu verhalten“, polterte Sportdirektor Ralf Rangnick danach. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass es irgendwo auf der Welt in den letzten 40 Jahren so einen Fall gegeben hat.“ Hütter zeigte sich „als Mensch von Sadio Mane teilweise enttäuscht“.

Was für Salzburg mit einer 0:3-Niederlage in Malmö und der neuerlich verpassten Königsklassen-Teilnahme endete, war für Shootingstar nach zwei Jahren, 87 Spielen und 45 Toren bei den „Bullen“ der Startschuss zu einer großen internationalen Karriere. Wenige Tage später wechselt­e der damals 22-Jährige zu Southampton in die Premier League, das Schmerzensgeld für Salzburg fiel mit kolportierten 15 Millionen Euro beachtlich aus – zum damaligen Zeitpunkt markierte diese Summe den Rekord für einen Auslandstransfer in der heimischen Liga. Als er 2016 von Southampton nach Liverpool wechselte, sollen nochmals rund acht Millionen an Salzburg geflossen sein.

Erfolgsgarant im Angriff von Liverpool: Sadio Mane.
Erfolgsgarant im Angriff von Liverpool: Sadio Mane.
- AFP

Unter Trainer Jürgen Klopp, der Mane angeblich schon 2014 gerne zu Borussia Dortmund geholt hätte, entwickelte sich der Senegalese zum Topstar. Ex-Teamkollege Ramalho gerät ins Schwärmen. „Er ist ein außergewöhnlicher Spieler, zählt zu den Top Ten in der Welt und hat sich extrem entwickelt“, sagte der Brasilianer, gemeinsam mit Andi Ulmer und dem derzeit verletzten Alexander Walke einer von nur noch drei aktuellen „Bullen“, die mit dem Ausnahmekönner am Feld standen.

Den Status von Mane hat Keita in Liverpool noch nicht erreicht. Der Mittelfeldmann, der nach zwei Jahren in Salzburg (2014 bis 2016) via Leipzig im Sommer 2018 den Sprung zu Liverpool machte, konnte die Erwartungen noch nicht erfüllen. (APA, w.m.)

Zahlen, Daten, Fakten zu Liverpool - Salzburg

Liverpool - FC Salzburg (Mittwoch, 21.00 Uhr/live Sky)

Liverpool, Anfield, SR Andreas Ekberg/SWE

Mögliche Aufstellungen

Liverpool:

Salzburg: Stankovic - Kristensen, Ramalho, Wöber, Ulmer - Mwepu, Junuzovic - Minamino, Szoboszlai - Hwang, Haaland/Daka

Zweites Spiel in Gruppe E: KRC Genk - SSC Napoli (18.55 Uhr)