Letztes Update am Sa, 12.10.2019 19:11

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


EM-Quali

WSG-Stürmer Dedic traut Slowenien Coup gegen Österreich zu

Der slowenische Routinier der WSG Tirol, der selbst 48 Mal das Teamtrikot trug, setzt im morgigen EM-Quali-Spiel auf den Heimvorteil und Startormann Jan Oblak.

WSG-Tirol-Stürmer Zlatko Dedic war 48 für Slowenien aktiv - wie hier im März 2010 beim Freundschaftsspiel gegen Qatar.

© gepaWSG-Tirol-Stürmer Zlatko Dedic war 48 für Slowenien aktiv - wie hier im März 2010 beim Freundschaftsspiel gegen Qatar.



Ljubljana – Slowenien ist am Sonntag (20.45 Uhr/TT.com-Live-Ticker) in der EM-Qualifikation zu Hause gegen Österreich zum Siegen verdammt. Die Fußball-Euphorie im Nachbarland hat durch die 1:2-Niederlage am Donnerstag in Nordmazedonien einen herben Dämpfer erlitten. Österreich-Legionär Zlatko Dedic traut es seinen Landsleuten aber zu, dass sie in Ljubljana zurückschlagen.

„Zu Hause werden wir ein anderes Slowenien sehen“, meinte der Stürmer von Bundesliga-Aufsteiger WSG Tiro. „Das Team hat genug Qualität, dass es gegen jeden Gegner in der Gruppe gewinnen kann.“ Das haben die Slowenen im September mit einem 2:0 gegen Tabellenführer Polen unter Beweis gestellt. Daheim sind sie seit fünf Partien ungeschlagen.

„Mit einem Sieg ist alles wieder gut“

Die Hoffnung auf die erste EM-Teilnahme seit 20 Jahren sei nach drei Siegen in Folge vor dem Antritt in Nordmazedonien groß gewesen. „Das ist bei uns so. Wenn es läuft, gibt es eine richtig große Euphorie. Wenn nicht, wird alles sehr negativ angenommen“, erklärte Dedic. Es sei aber noch nicht alles verloren. „Mit einem Sieg am Sonntag ist wieder alles gut.“ Dann hätten die Slowenen ihr Schicksal auf Kosten Österreichs plötzlich wieder in der eigenen Hand.

Die slowenische Tor-Versicherung im WSG-Sturm: Zlatko Dedic (r.).
Die slowenische Tor-Versicherung im WSG-Sturm: Zlatko Dedic (r.).
- gepa

Dedic, vor seiner Zeit in Tirol in Italien und Deutschland aktiv, glaubt an ein ausgeglichenes Spiel. „Beide Teams haben extrem hohe Qualität. Auf manchen Positionen hat Österreich die besseren Spieler, auf manchen auch Slowenien.“ Der 35-Jährige, der es von 2004 bis 2013 selbst auf 48 Länderspiele (8 Tore) gebracht hat, erwähnte neben Startorhüter Jan Oblak vor allem Josip Ilicic. Der Offensivmann von Champions-League-Starter Atalanta Bergamo ist das Um und Auf im Angriffsspiel der Slowenen.

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In Alles-oder-Nichts-Partien wie gegen Österreich gehe es aber nicht nur um spielerische Qualität, betonte Dedic. „Da spielt viel Mentalität mit.“ Er muss es wissen, schoss er Slowenien doch zur bisher letzten großen Turnierteilnahme, der WM 2010 in Südafrika. Im November 2009 erzielte Dedic im Play-off-Rückspiel gegen Russland das entscheidende Tor zum 1:0-Heimsieg. Der Teamchef damals wie heute: Matjaz Kek.

Dedic streut Oblak Rosen

Am früheren Spittal- und GAK-Legionär wird es liegen, die Slowenen nach dem herben Rückschlag schnell wieder aufzurichten. Seit seiner Rückkehr auf den Teamchefposten im November 2018 habe Kek das Vertrauen der Fans ins Team neu aufgebaut. Das Stadion Stozice ist mit 16.000 Zuschauern längst ausverkauft. „Es wird eine gute Stimmung sein“, versicherte Dedic. „Dadurch hat Slowenien einen kleinen Vorteil.“

Ein weiterer Trumpf spielt bei Atletico Madrid und ist dort seit 475 Spielminuten unbezwungen. „Oblak ist an der Spitze der Torhüter, die es gibt“, lobte Dedic den Weltklassemann. „Seine Ruhe, sein Selbstbewusstsein, seine Ausstrahlung - jemand, der so viel Sicherheit ausstrahlt, kann ein großer Vorteil sein.“ Man benötige ihn auch. „Österreich ist in absoluter Topfverfassung. Das ist eine extrem schwierige Situation.“

Noch träumt man in Slowenien aber von der Turnierteilnahme. „Das hätte eine sehr große Bedeutung für unser Land“, betonte Dedic. „Nach 2010 gab es gute Generationen, aber das konnte nicht ins Nationalteam übertragen werden.“ Kek soll das Ruder noch einmal herumreißen. Dedic über seinen Ex-Coach: „Er ist ein kompletter Trainer, der richtig gut Menschen führen kann - auch die Medien und die Fans. Er hat eine hohe Qualität im taktischen Bereich.“ Auch davor sollte das ÖFB-Team gewarnt sein. (APA)