Letztes Update am Di, 15.10.2019 20:04

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


EM-Quali

FIFA-Chef zu Rassismus-Skandal in Sofia: „Abscheuliche Krankheit“

Nach dem Rassismus-Skandal beim EM-Quali-Spiel zwischen Bulgarien und England hat sich die FIFA eingeschaltet. Präsident Gianni Infantino rief die Fußballverbände auf, effektivere Wege zu finden, um den Rassismus im Fußball auszulöschen.

FIFA-Präsident Gianni Infantino (m.).

© AFPFIFA-Präsident Gianni Infantino (m.).



Zürich — Die FIFA hat sich nach dem Rassismus-Skandal von Bulgarien eingeschaltet. Der Welt-Verband gehe davon aus, so früh wie möglich über die relevanten Entscheidungen durch die Europäische Fußball-Union (UEFA) in diesem speziellen Fall informiert zu werden. „Das würde auch die Ausweitung von Sanktionen weltweit ermöglichen", hieß es in einer Stellungnahme am Dienstagabend.

Am Abend zuvor war es bei der 0:6-Niederlage der Bulgaren gegen England zu rassistischen Vorfällen gekommen. Unter anderem wurde der Hitlergruß von Anhängern der Gastgeber gezeigt. Die UEFA erhob auch deswegen am Dienstag Anklage gegen den bulgarischen Verband.

„Wir sagen so oft, dass es im Fußball keinen Platz gibt für Rassismus, aber dennoch sehen wir uns diesem Problem noch immer ausgesetzt in unserem Sport so wie auch in der Gesellschaft", sagte FIFA-Präsident Gianni Infantino. Er sprach von einer „abscheulichen Krankheit", die in manchen Teilen der Welt nur noch schlimmer würde.

Infantino rief die Fußballverbände auf, neue, stärkere und effektivere Wege zu finden, um den Rassismus im Fußball auszulöschen. Als erste Maßnahme schlug er vor, dass alle Wettkampforganisatoren Regeln in Kraft setzen sollten, um diejenigen lebenslang aus den Stadien zu verbannen, die wegen rassistischen Verhaltens bei einem Fußballspiel für schuldig befunden würden. „Die FIFA kann solche Verbannungen dann weltweit aussprechen", sagte Infantino. (APA/dpa)

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.