Letztes Update am Sa, 02.11.2019 19:17

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bundesliga

Salzburg und WAC siegten klar, Rapid unterlag St. Pölten

Die Salzburger gewannen gegen Mattersburg ungefährdet 3:0 (2:0) und sind damit weiter ungeschlagen. Der WAC fertigte Sturm Graz sogar 4:0 (3:0) ab. Rapid kassierte hingegen zuhause gegen Nachzügler St. Pölten ein bitteres 0:1 (0:0).

Nach eher mühsamem Beginn nützte Patson Daka beim 1:0 einen schweren Patzer von Tino Casali.

© Nach eher mühsamem Beginn nützte Patson Daka beim 1:0 einen schweren Patzer von Tino Casali.



Rapid – St. Pölten 0:1

Zum dritten Mal in der laufenden Saison hat Rapid ein Heimspiel in der Fußball-Bundesliga verloren. Am Samstag unterlagen die Grün-Weißen gegen den Letzten SKN St. Pölten 0:1 (0:0). Für St. Pölten war es nach sieben sieglosen Partien der erste volle Erfolg und insgesamt der erst zweite in dieser Spielzeit. Das entscheidende Tor ging auf das Konto von Husein Balic, der in der 74. Minute traf.

Während St. Pölten eine mutige und engagierte Vorstellung bot, enttäuschte Rapid vor allem im Spiel nach vorne. Zu wenig kreativ, zwingend und insgesamt zu harmlos präsentierten sich die Wiener im Allianz Stadion. Im Mittelfeld leistete man sich zu viele vermeidbare Ballverluste. Nach der Niederlage fehlen Rapid schon sechs Punkte auf den Dritten WAC. St. Pölten verbesserte sich zumindest bis zum Sonntag auf den zehnten Platz.

In einer ersten Hälfte auf großteils niedrigem Niveau gab es nur zwei Rapid-Großchancen zu notieren. Zunächst köpfelte Christoph Knasmüllner in der 37. Minute nach Ullmann-Flanke knapp neben das Tor, Solospitze Aliou Badji (45.+2) traf einen von einem St. Pöltner kommenden Ball nicht richtig. Mit Taxiarchis Fountas, der wegen Knieproblemen kurzfristig passen musste, stand Trainer Dietmar Kühbauer die gefährlichste Angriffsoption nicht zur Verfügung.

Im gegenüberliegenden Strafraum war allein Pak Kwang-Ryong ein paar Mal auffällig. Schon in der 2. Minute hatte der Sturmtank Richard Strebinger mit einem Weitschuss geprüft, anschließend brachte Maximilian Hofmann den Nordkoreaner schroff zu Fall. Nach einem Zusammenstoß mit Goalie Strebinger musste Pak später kurz auf dem Feld behandelt werden. In beiden Fällen hätte man auch auf Elfmeter entscheiden können. So wie auf der Gegenseite bei einer Attacke von Sandro Ingolitsch an Knasmüllner blieb der entsprechende Pfiff von Manuel Schüttengruber aber aus.

Die beste Gelegenheit vor der Pause hatte St. Pölten: In der 44. Minute klatschte ein Kopfball von Luca Meisl an die Latte. Nach dem Seitenwechsel bekam Rapid den Gegner besser unter Kontrolle, war aber weiter nur ansatzweise gefährlich. Ein Gestocher vor SKN-Torhüter Christoph Riegler, der sein 100. Bundesliga-Spiel absolvierte, blieb ohne Konsequenz.

Balic schickte den Ball dann nach einer unglücklichen Abwehr der Rapidler aus rund 20 Metern flach ins lange Eck. Direkt vor Strebinger standen beim Schuss zwei Spieler im Abseits, könnten den Rapid-Schlussmann irritiert haben. Die Offiziellen gaben den Treffer jedoch. Die Hütteldorfer schafften es hingegen auch mit der Schlussoffensive nicht, ein Tor zu erzielen. Die insgesamt vierte Niederlage in der Saison war nach 93 Minuten Gewissheit.

Mattersburg – Salzburg 0:3

Drei Tage vor dem Champions-League-Auftritt bei SSC Napoli hat Fußballmeister Salzburg am Samstag sein Bundesliga-Programm pflichtgemäß absolviert. Bei Nachzügler Mattersburg feierten die „Bullen“ einen 3:0-(2:0)-Erfolg und bauten an der Tabellenspitze den Vorsprung auf den LASK zumindest bist zum Sonntag auf sechs Punkte aus. Ein Triple von Patson Daka (33., 41., 94.) brachte den glanzlosen Sieg.

Mattersburg ging hingegen bereits zum vierten Mal in Folge als Verlierer vom Platz, in der Tabelle droht man am Sonntag von der Admira und Altach auf Platz elf verdrängt zu werden.

Die Partie im Pappelstadion stand wie erwartet im Zeichen der kommenden Salzburg-Aufgabe. Coach Jesse Marsch schonte neben dem zuletzt erkrankten Außenverteidiger Andreas Ulmer, der nicht im Kader stand, zu Beginn auch Goalgetter Erling Haaland. Für ihn stürmte an der Seite von Hwang Hee-chan Daka, der Mann aus Sambia zahlte es mit zwei Treffern zurück. Nach eher mühsamem Beginn mit vielen Spielanteilen aber wenig konsistenten Spielzügen nützte Daka beim 1:0 einen schweren Patzer von Tino Casali. Der SVM-Goalie, der neuerlich den Vorzug vor Markus Kuster erhalten hatte, ließ einen völlig harmlosen Ball durch die Arme gleiten, Daka staubte locker ab. Wenig später ließ er Casali bei einem präzisen Hammer von der Strafraumgrenze ins Kreuzeck keine Chance.

Mit dem Seitenwechsel kam für Hwang auch Haaland, der diesmal aber zum erst vierten Mal in dieser Saison ohne Tor bleiben sollte. Es war freilich nicht nötig. Denn Mattersburg stemmte sich angesichts des wenig glamourösen Auftritts der Gäste zwar gegen die neunte Saisonniederlage, konnte im Endeffekt aber nichts mehr ausrichten. Während Salzburg nach der Pause gegen die defensiv soliden Hausherren bis zum dritten Tor keine einzige echte Einschussmöglichkeit vorfand, verzeichnete der SVM immerhin derer zwei: Patrick Salomon scheiterte erst an Goalie Coronel (57.) und zielte kurz darauf knapp am Tor vorbei (58.). Als wohl niemand mehr damit rechnete, war Daka nach einem von Casali abgewehrten Schuss Sekou Koitas erneut als Abstauber zur Stelle.

Sturm – WAC 0:4

Der Wolfsberger AC hat rechtzeitig vor dem Europa-League-Heimauftritt gegen Istanbul Basaksehir in die Erfolgsspur gefunden. Bei Sturm Graz holten die Kärntner am Samstag einen deutlichen 4:0-(3:0)-Auswärtssieg. Der drittplatzierte WAC beendete damit eine Serie von vier sieglosen Pflichtspielen. Sturm kassierte nach dem Hoch der vergangenen Wochen wieder einen Rückschlag.

Die Grazer könnten bei einem Erfolg von Hartberg bei der Admira am Sonntag in der Tabelle auf Rang sechs zurückrutschen. Für den WAC trafen Michael Novak (20.), Romano Schmid (29.) und Shon Weissman (43.) mit seinem zwölften Saisontor schon in der ersten Spielhälfte. Der eingewechselte Christopher Wernitznig (70.) rundete den Sieg der „Wölfe“ ab. Der WAC ist in Graz schon in wenigen Tagen erneut im Einsatz. Am Donnerstag geht es gegen Basaksehir.

WAC-Coach Gerhard Struber vertraute nach dem Aus im ÖFB-Cup bei Zweitligist Wacker Innsbruck wieder auf seine Bestformation, sein Gegenüber Nestor El Maestro musste einzig den gesperrten Anastasios Avlonitis vorgeben. Die Grazer hätten rasch vorlegen können. Nach einem WAC-Eckball erkämpfte sich der agile Kiril Despodow in der 4. Minute den Ball und zog Richtung Wolfsberger Gehäuse. Sein Pass auf den mitgelaufenen Thorsten Röcher fiel aber zu ungenau aus.

Der mit vier Steirern im Mittelfeld eingelaufene WAC ließ sich dadurch nicht verunsichern. Die physisch präsenteren Lavanttaler attackierten Sturms Abwehr vehement und setzten erfolgreich auf ihre Umschaltmomente. Es war jedoch eine Standardsituation, die den Gästen die Führung bescherte. Nach einem Liendl-Eckball wehrte Jörg Siebenhandl den Kopfball des starken Anderson Niangbo noch ab, Novak stand jedoch goldrichtig.

Eine Unsicherheit von Alexander Kofler, der Sturms Bekim Balaj anschoss, sorgte zwar für einen Schreckmoment, Struber konnte aber an der Seitenlinie zufrieden beobachten, wie seine Elf mit Effizienz und Qualität nachzulegen wusste. Zunächst leitete eine missglückte Kopfballabwehr von Isaac Donkor das 2:0 durch Schmid ein, der nach einem Haken gegen Ivan Ljubic zwar nicht scharf, aber platziert abschloss. Die Leihgabe von Werder Bremen, die bei Sturm den Sprung zum Profi geschafft hatte, verzichtete auf großen Torjubel.

Eine Spielhälfte ganz nach dem Geschmack der Kärntner vollendete Weissman, der nach Liendls Flanke ungedeckt per Kopf zur Stelle war. Bei Sturm war Despodow Alleinunterhalter in der Offensive. Der formstarke Bulgare konnte sich immer wieder in Szene setzen, sein Abschluss aus zu spitzem Winkel (32.) war aber ebenfalls nicht von Erfolg gekrönt wie sein Eckball, den Röcher per Kopf neben das Tor setzte (36.). Es war Sturms beste Phase im gesamten Spiel.

Die Grazer glaubten in der zweiten Spielhälfte nicht mehr wirklich an die Wende. El Maestro nahm Despodow nach einer Stunde vom Feld, der WAC hatte zu diesem Zeitpunkt schon leichtes Spiel. Wernitznig legte aus kurzer Distanz noch Tor Nummer vier für die Wolfsberger nach. Sturm tauchte nur noch einmal gefährlich vor Kofler auf: Nach einem Fehlpass von Nemanja Rnic scheiterte Wechselspieler Philipp Huspek (75.) am WAC-Schlussmann. (APA)




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