Letztes Update am Sa, 09.11.2019 20:27

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Deutsche Bundesliga

Bayern schießt sich mit Kantersieg gegen Dortmund aus der Krise

Durch den verdienten 4:0-Erfolg gegen Borussia Dortmund schob sich der FC Bayern München in der Tabelle der deutschen Bundesliga vorerst auf Rang drei vor. Mit groben Problemen hatte nicht nur der BVB sondern auch Rechteinhaber Sky bei seiner Übertragung zu kämpfen.

Kommt ein Lewandowski geflogen: Der polnische Angreifer sorgte bereits früh für die Münchner Führung und erhöhte später auch auf 3:0.

© www.imago-images.deKommt ein Lewandowski geflogen: Der polnische Angreifer sorgte bereits früh für die Münchner Führung und erhöhte später auch auf 3:0.



München – Hansi Flick hat den FC Bayern München in Rekordzeit wiederbelebt und zu einem großen Clasico-Sieg gegen Borussia Dortmund geführt. Im zweiten Spiel unter dem Nachfolger von Niko Kovac sorgten Robert Lewandowski mit seinen Saisontoren 15 und 16 (17., 76. Minute), Serge Gnabry (49.) und Mats Hummels mit einem Eigentor (79.) beim 4:0 (1:0) für einen dominanten Erfolg des deutschen Meisters. Flick empfahl sich mit der Gala gegen den BVB und zwei Zu-Null-Siegen eindrucksvoll für eine längerfristige Trainerlösung in München.

Lewandowski trifft und trifft

Eine Woche nach der 1:5-Demütigung bei Eintracht Frankfurt erlebten die 75 000 Zuschauer im rasanten 101. Liga-Klassiker einen FC Bayern, der sehr dominant, bestens geordnet und mit hoher Passsicherheit zu Werke ging. Angetrieben von Rekordmann Lewandowski, der als erster Bundesligaakteur an elf Spieltagen nacheinander traf, ließen die Münchner in einem intensiven Spiel den Gäste keinen Raum zur Entfaltung. Defensiv gingen die schon in der Champions League gegen Olympiakos Piräus (2:0) ohne Gegentor gebliebenen Bayern im Vergleich zur Niko-Kovac-Zeit wie verwandelt zu Werke. „Oh wie ist das schön“, riefen die Bayern-Fans - die BVB-Anhänger verstummten.

Die von Beginn an aggressiven Bayern, bei den ÖFB-Kicker David Alaba in der Innenverteidigung durchspielte, hätten beinahe einen Blitzstart hingelegt. Nach 40 Sekunden rettete der aufmerksame Gäste-Torhüter Roman Bürki gegen den heranstürmenden Lewandowski. Zwar hatte der BVB angekündigt, nach der von Manager Michael Zorc als „Horrorbilanz“ eingestuften Niederlagenserie mit 3:22 Toren dagegen zu halten. Doch früh setzten die Bayern-Stars Zeichen - nur sie spielten den im Vorfeld von beiden Seiten propagierten „Männerfußball“.

Das 1:0 durch Lewandowski hinterließ Wirkung bei der Borussia. Nach einem Ballverlust von Achraf Hakimi an Kingsley Coman erzwangen die Bayern das Führungstor, in dem sie energisch nachsetzten. Letztlich fand eine Flanke von Benjamin Pavard den Torgaranten Lewandowski. Der Pole war allen entwischt und köpfte freistehend ein.

Sky räumt Probleme mit Übertragung ein

Statt des deutschen Klassikers zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund sahen viele Fußball-Fans eine Fehlermeldung: Im Vorfeld und während des Spitzenspiels am Samstagabend in München hatte der Rechteinhaber Sky mit offensichtlich massiven technischen Schwierigkeiten bei der Übertragung im Internet zu kämpfen. „Leider kommt es momentan zu Problemen beim Streamen über Sky Go und Sky Ticket“, schrieb das Unternehmen noch vor der Halbzeitpause bei Twitter. „Wir arbeiten bereits mit Hochdruck an einer Lösung. Wir bitten die Unannehmlichkeiten zu entschuldigen.“

In den Sozialen Medien hatten sich etliche Sky-Nutzer beschwert, bei vielen Kunden schien der Stream der Partie in der Allianz Arena schon vor dem Anpfiff nicht zu funktionieren. Laut dem Internet-Dienstleister allestörungen.de meldeten alleine in Deutschland 100.000 Empfänger Probleme.

Dass es zur Pause nur 1:0 stand, war vor allem Hummels zu verdanken. Vor den Augen von Deutschlands Bundestrainer Joachim Löw rettete der Kapitän mehrfach in höchster Not. Hummels klopfte sich nach einer Klärungstat kräftig auf die Brust und forderte mehr Mut von den Kollegen.

Von seinem Team kam offensiv nichts. Ein Freistoß von Raphael Guerreiro, der nach 36 Minuten für Jadon Sancho kam und Löcher im Mittelfeld stopfen sollte, war die einzige Möglichkeit. Eingreifen musste Manuel Neuer aber auch hier nicht (45.).

Löw traut Flick den Bayern-Job zu

„Die erste Halbzeit ging klar an Bayern“, sagte Löw im TV-Sender Sky in der Pause. „Die Bayern haben mehr Druck auf das Tor ausgeübt. Dortmund wirkt in der ersten Halbzeit ängstlich.“ Sein früherer Assistent Flick könne zu einer Dauerlösung werden, befand Löw.

Für Flick und sein Team ging es perfekt weiter. Einen überragenden Pass von Joshua Kimmich trieb der starke Thomas Müller nach vorne. Die Hereingabe verpasste der hart attackierte Lewandowski, doch Gnabry war zur Stelle. Bis die Bayern-Bosse auf der Tribüne aber wirklich jubeln durfte, dauerte es. Denn der Videoassistent musste erst aufklären, dass Müller nicht im Abseits gestanden hatte.

Viel fehlte nicht, und Gnabry hätte nach Zuspiel von Coman auf 3:0 erhöht. Lewandowski zielte zu genau und verpasste die Entscheidung. Erst nach Doppelpass mit Müller besorgte sie Lewandowski. Dortmund fand offensiv erst spät statt, was vor allem an der mannschaftlich geschlossenen und energischen Münchner Defensivarbeit lag.

Der nach einer Stunde zusammen mit Marco Reus eingewechselte Paco Alcacer hatte plötzlich die Chance zum 2:1 (69.). Doch dem Spanier versprang der Ball. Die Liga-Schreckensbilanz für Schwarz-Gelb in München hält an: Sechs Niederlagen und 3:26 Tore. (dpa)