Letztes Update am Sa, 16.11.2019 14:51

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Nationalteam

Um die Zukunft von ÖFB-Teamchef Foda gibt es Diskussionsbedarf

Die Vertragssituation des rot-weiß-roten Übungsleiters ist klar geregelt - vorerst zumindest. Wie es nach dem Sommer 2020 weitergeht, lässt ÖFB-Boss Leo Windtner offen. Foda selbst sprach sich für klare Verhältnisse aus.

Erst soll die EM-Qualifikation unter Dach und Fach gebracht werden, dann können Teamchef Franco Foda und ÖFB-Boss Leo Windtner über die (gemeinsame) Zukunft diskutieren.

© gepaErst soll die EM-Qualifikation unter Dach und Fach gebracht werden, dann können Teamchef Franco Foda und ÖFB-Boss Leo Windtner über die (gemeinsame) Zukunft diskutieren.



Wien – Die Vertragssituation von Österreichs Teamchef Franco Foda ist eindeutig geregelt: Qualifiziert sich die ÖFB-Auswahl wie zu erwarten für die EURO 2020, verlängert sich der Kontrakt des Deutschen automatisch bis zum Ende der kontinentalen Endrunde von 12. Juni bis 12. Juli kommenden Jahres. Dennoch müssten in diesem Fall wohl schon vor dem Turnier grundlegende Dinge diskutiert werden.

Dabei geht es für den ÖFB vor allem darum, ob man bereits im Vorfeld festlegen sollte, wer die Nationalmannschaft nach der EM betreut. Bei den vergangenen beiden Europameisterschaften wurde dies auf unterschiedliche Weise gehandhabt. Josef Hickersbergers Zukunft blieb vor der Heim-EURO 2008 auch auf eigenen Wunsch ungeklärt. Unmittelbar nach dem Ausscheiden deutete viel auf einen Verbleib hin, letztlich entschied sich „Hicke“ aber dagegen – zum Leidwesen des damaligen ÖFB-Präsidenten Friedrich Stickler.

EURO- und WM-Quali-Schiffbruch mit Koller

Der aktuelle Verbandschef Leo Windtner wählte vor der EM 2016 einen anderen Zugang. Der damaligen Begeisterung rund um Marcel Koller Rechnung tragend, erhielt der Schweizer schon drei Monate vor dem ersten Turniermatch einen neuen – und äußerst gut dotierten – Vertrag.

Danach ging die EURO ebenso in die Hosen wie die darauffolgende WM-Qualifikation, was wiederum massive Verwerfungen im ÖFB-Präsidium nach sich zog. Der im Herbst 2017 teilweise öffentlich geführte Konflikt endete mit der Trennung von Koller und Sportdirektor Willi Ruttensteiner.

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Windtner bezeichnete seinen Entschluss, Kollers Arbeitspapier vorzeitig zu verlängern, als „grundsätzlich nicht falsch“. Proteste von Präsidiumskollegen habe es zum Zeitpunkt der Verlängerung keine gegeben. „Die Unstimmigkeiten sind erst danach gekommen“, sagte der Oberösterreicher, legte aber auch Wert auf die Feststellung, dass im höchsten ÖFB-Gremium mittlerweile wieder große Einigkeit herrsche.

Wie er mit der möglichen Fortsetzung der Zusammenarbeit mit Foda über die EURO 2020 hinaus umgehen wird, ließ Windtner offen. „Der volle Fokus ist jetzt auf den erfolgreichen Abschluss der EM-Qualifikation gerichtet. Danach werden wir uns in Ruhe zusammensetzten und die Situation analysieren.“

Foda: „Bin immer für klare Kante“

Abwartend zeigte sich auch Foda selbst. Zu seiner persönlichen Präferenz vermied der Deutsche im Vorfeld des Nordmazedonien-Spiels jede Aussage und äußerte lediglich allgemeine Anmerkungen zu der Thematik, ob Teamchefs ihren Vertrag schon vor einem großen Turnier verlängern sollten. „Ich bin jemand, der für klare Verhältnisse ist, egal in welche Richtung und unabhängig von meiner Situation, sondern generell im Fußball-Business.“

Außerdem sagte Foda in diesem Zusammenhang: „Wenn man von einem Trainer überzeugt ist und der Trainer will, dann sollte man Nägel mit Köpfen machen. Wenn man nicht von einem Trainer überzeugt ist, sollte man das sagen. Ich bin immer für klare Kante.“ (APA)