Letztes Update am Mi, 14.05.2014 08:58

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Europa-League-Finale

Benfica Lissabon gegen Sevilla und den ewigen Guttmann-Fluch

Im Europa-League-Finale kämpfen am Mittwochabend Benfica Lissabon und der FC Sevilla um die Krone. Die Portugiesen hoffen dabei auf das Ende einer 52-jährigen Durststrecke.



Turin – Nach sieben glücklosen Endspielen in europäischen Fußball-Cup-Bewerben soll es für Benfica Lissabon wieder mit dem Gewinn einer Trophäe klappen. Der portugiesische Meister will am Mittwoch nach dem Finale der Europa-League in Turin (20.45 Uhr/live ORF eins) nach 52 Jahren endlich wieder jubeln und einen Fluch hinter sich lassen. Gegner FC Sevilla hat 2006 und 2007 seine bisherigen Finali gewonnen.

Trainer verfluchte Benfica Lissabon

Seit 1962, dem zweiten Meistercup-Gewinn, hat Benfica keinen internationalen Titel geholt - daran vermochte auch der legendäre Eusebio nichts zu ändern. Damals hatte Erfolgstrainer Bela Guttmann den Verein im Streit verlassen und den Rot-Weißen prophezeit, sie würden in Europa ohne ihn nichts mehr holen. Der 1981 gestorbene und in Wien begrabene Ungar hat bis zum Vorjahr recht behalten, da verloren die „Adler“ (As Aguias) das Endspiel gegen Chelsea mit 1:2.

Doch im Juventus-Stadion, in dem gegen die Gastgeber der Finaleinzug erkämpft wurde, soll für den 33-fachen Landesmeister die Durststrecke zu Ende gehen. „Ich bin nicht abergläubisch“, meinte Trainer Jorge Jesus jüngst angesprochen auf Guttmann, „ich glaube an Charakter, Qualität und Arbeit. Wir wissen nach dem Finale im Vorjahr nun besser, wie wir mit der Nervosität umgehen“. Benfica war als „Umsteiger“ aus der Champions League in die Europa League gekommen und da hat die von Kapitän Luisao geführte Abwehr in acht Matches nur vier Treffer kassiert (14:4).

Sevilla eigentlich gar nicht qualifiziert

Sevilla war auf dem Weg nach Turin mehrmals auf „Hilfe von oben“ angewiesen. Die Andalusier erhielten nur deshalb einen Startplatz, weil die UEFA Malaga und Rayo Vallecano wegen finanziellen Problemen gesperrt hatte. Ab der dritten Qualifikationsrunde kämpfte sich das Team von Trainer Unai Emery in nicht weniger als 18 Partien (11/4/3) bis ins Endspiel vor. Im Semifinale schien in Valencia die Serie zu reißen, nach dem 2:0-Heimsieg lag Sevilla 0:3 zurück, ehe der Kameruner Mbia in der vierten Minute der Nachspielzeit seine Mannschaft und die Fans mit dem 1:3 erlöste.

In der seit 2009 ausgetragenen Europa League ist Benfica die Nummer eins bei Siegen (25) und Tore (68). Im laufenden Bewerb sind die Hauptstädter ungeschlagen (6/2/0), die Fans sind nach dem Gewinn der Meisterschaft und des Liga-Cups euphorisch. „Wir holen dieses Jahr alles“, schrien sie nach dem Liga-Cup-Finale.

Gegen spanische Clubs ist Benfica allerdings in 14 Matches und seit 32 Jahren sieglos. Sevilla-Coach Emery sieht sein Team dennoch als Außenseiter. „Wir kennen Benfica und sein Potenzial. Und wir haben gesehen, wie sie Juventus und Tottenham ausgeschaltet haben.“ (APA)