Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 09.12.2015


Handball

Völlig losgelöst: Schwaz feierte dritten Sieg in Serie

Handball Tirol siegte nach einem furiosen Schlussabschnitt gegen Rekordmeister Bregenz mit 34:26 und hält die Tür zum Play-off offen.

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© Andreas Rottensteiner / TT



Von Benjamin Kiechl

Schwaz — „Da gibt's was zu holen!" Das ahnten am Dienstag viele der knapp 800 Handball-Fans von Sparkasse Schwaz Handball Tirol vor dem Leckerbissen in der Osthalle. Und sie hatten Recht! Sparkasse Schwaz Handball Tirol feierte einen überraschend deutlichen 34:26-Heimsieg gegen Bregenz. Da schmeckten die Weihnachtskekse in der Halle besonders gut.

Von den großen Kalibern in der Handball Liga Austria (HLA) sind die Vorarlberger der Schwazer liebste Beute: Im Vorjahr holte man einen Auswärtssieg im Grunddurchgang und legte im Viertelfinale einen Heimsieg drauf. In der aktuellen Spielzeit zwackte das Team von Coach Raúl Alonso einen Punkt in der Fremde ab.

Schwaz erwischte am Dienstag einen perfekten Start ins Spiel. Kapitän Alexander Wanitschek mit einer Flugeinlage und dem 1:0-Führungstreffer nach knapp drei Minuten. Goalie Aliaksei Kishou zeigte in der ersten Hälfte einmal mehr mit starken Reflexen auf — der Weißrusse zeigte, dass er jeden Rubel wert ist. Schwaz spielte kontinuierlich einen Vorsprung heraus, bis der Lauf beim Stand von 10:5 abrupt stoppte: Plötzlich ging nichts mehr. Minutenlang. Bregenz, der Rekordmeister, holte Treffer um Treffer auf. Sekunden vor der Pause fiel der Ausgleich zum 11:11-Halbzeitstand.

Also alles wieder von vorne. Egal was Coach Alonso seinem Team in der Pause eingeimpft hatte, die Spieler wirkten völlig losgelöst. Vor allem der rechte Aufbauspieler Thomas Kandolf wuchs über sich hinaus. Da konnten die Routiniers Damir Djukic (die Schulter zwickt) und Anton Prakapenia (das Knie schmerzt) vom Sieben-Meter-Punkt patzen — Kandolf rückte mit seinen neun Toren das Ergebnis wieder zurecht. „Ich hatte einen Energieschub", sollte Kandolf nach dem 34:26-Sieg sagen. Über seinen Torriecher war der 22-Jährige selbst ein bisschen erstaunt. „Neun Tore sind mir noch nicht oft ausgekommen", erklärte der Eigenbauspieler, der nach seiner Muskelfaserverletzung erst sein viertes Spiel absolvierte.

Euphorisch zeigte sich Coach Alonso: „Meine Mannschaft findet auf jede Spielsituation die passende Antwort!" Bereits am Freitag geht es nach Krems. Konkurrent Leoben holte gegen die Niederösterreicher ein 31:31-Remis. Wollen die Tiroler ins obere Play-off (Rang fünf), müssen sie erneut beweisen, dass es was zu holen gibt.