Letztes Update am Mo, 30.05.2016 09:48

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Landesliga

Titel fixiert: Zirl und Ebbs ließen die Korken knallen

Der FC Zirl kehrt in die UPC Tirol Liga zurück. Nach dem 2:1 in Mils gab’s eine spontane Party samt Ausflug auf den Flughafen, wo Obmann Martin Plattner empfangen wurde.

© FC ZirlEin Zirler Feiertag: Zuerst bejubelte die Mannschaft den Titel in frischgedruckten Meister-Shirts am Platz in Mils, ...



Von Tobias Waidhofer

Zirl – Am Samstag um 23 Uhr brandete in der Empfangshalle des Innsbrucker Flughafens plötzlich Jubel auf. Doch es war kein internationaler Pop- oder Sport-Star, der da gerade durch die elektrische Türe marschierte. „So etwas erlebt man nur einmal im Leben“, grinste Martin Plattner.

Ebbs jubelt im Osten

Die 0:2-Niederlage in Stumm tat nichts mehr zur Sache, weil Mayrhofen gestern das Verfolgerduell in Hippach mit 1:3 verlor. Dem SK Ebbs ist nach verlorener Relegation im Vorjahr in dieser Saison als frischgebackenem Meister der Landesliga Ost der Aufstieg in die UPC Tirol Liga nicht mehr zu nehmen.

„Das Ziel war klar, aber ein Titel ist nicht planbar, zumal wir mit 98 Prozent Eigenbauspielern agieren“, nahm Manfred Dagn, sportlicher Leiter der Ebbser, die Gratulationen entgegen. Beim ersten Aufstieg in die Tiroler Liga (1985/86) war er selbst noch aktiv, beim zweiten (2004/05) dauerte das Gastspiel in Tirols höchster Spielklasse nur eine Saison. „Jetzt probieren wir es zum dritten Mal“, sagte Dagn. Die große Party wird beim letzten Heimspiel (10. Juni) gegen Bruckhäusl steigen. Einige Korken hört man aber jetzt schon knallen.

(lex)

Nur wenige Stunden, nachdem der FC Zirl mit einem 2:1 in Mils den Landesliga-West-Titel und Aufstieg in die UPC Tirol Liga klar gemacht hatte, ging’s für die Mannschaft von Trainer Christoph Aschenwald zum Innsbrucker Flughafen, wo Obmann Plattner, der auf Mallorca geurlaubt hatte, ein gebührender Empfang bereitet werden sollte.

Und das sei mehr als gelungen: „Das war sensationell. Fast die komplette Mannschaft war da, dazu der Trainer und sogar Mütter von Spielern“, schwärmte Plattner, der gestand: „Ich hab’ mich schon geärgert, dass ich ausgerechnet dann weg bin, wenn die Mannschaft den Titel einfährt.“ Zuvor hatte ein Anruf aus der Kabine die Party-Stimmung schon auf die spanische Insel transportiert. Die Aktion am Flughafen steht auch für eine neue Form des Zusammenhalts, was auch Trainer Christoph Aschenwald zugeschrieben wird. „Wir haben im Winter zu 1000 Prozent die richtige Entscheidung getroffen“, erinnert sich Plattner an den Abgang von Sladjan Pejic und der Installierung von Aschenwald, die nicht ganz ohne Nebengeräusche über den Verhandlungstisch gegangen war.

„Aschi ist ein toller Mensch.“ Plattner wolle jetzt zwar nicht gegen Ex-Trainer Pejic nachkarten, „aber vorher waren wir nicht wirklich eine Mannschaft. Jetzt sind wir ein eingeschworener Haufen.“ Ein Erfolgsrezept hat Aschenwald dafür nicht: „Es stimmt, als ich gekommen bin, gab es viele gute Individualisten. Aber jeder Trainer ist anders, vielleicht liegt’s an meinem Charakter.“ Oder an der richtigen Ansprache: Man müsse nun einmal mit einem Routinier mit Bundesliga-Erfahrung wie Armin Hobel anders umgehen als mit einem 18-jährigen Eigenbauspieler.

... danach ging’s auf den Flughafen, um Obmann Martin Plattner in Empfang zu nehmen.
- FC Zirl

Klar ist jedenfalls, dass die Zirler im Frühjahr eine beeindruckende Serie hinlegten. „Wir haben nur ein Spiel gegen Absam verloren. Und da hatten wir Pech“, erinnert sich Mittelfeldspieler Dominique Nussbaum, der schon im Herbst einen Zirler Meistertitel prophezeit hatte.

Mit dem Blick auf den Zirler Kader (Hobel, Stanic, Trailovic, Stojadinovic, Galovic ...) lehnte sich der „Nussi“ da nicht unbedingt weit aus dem Fenster. „Die fußballerische Qualität für die Tiroler Liga haben wir jetzt schon“, weiß Trainer Aschenwald. Nur sei dort eben auch das Tempo höher. „Jeder Spieler muss sich artikulieren, ob er auch will.“

Obmann Plattner will „die Mannschaft zusammenhalten. Ein, zwei Neuzugänge werden wird aber brauchen.“ Denn Zirl will sich nun endgültig in der höchsten Amateurliga etablieren. „Das ist seit 15 Jahren mein Ziel“, seufzt Plattner. „Bis jetzt sind wir immer nur zwei Jahre oben geblieben“ Das soll sich nun ändern. Und die Vorzeichen stehen gut: Denn einen guten Kader hatten die Zirler schon öfters, einen solchen Zusammenhalt nicht. Das zeigte auch die Meisterparty. Für manche Spieler soll sie erst um sechs Uhr in einer Disco geendet haben ...