Letztes Update am Sa, 11.06.2016 21:57

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


UPC Tirol Liga

3:2 gegen Kirchbichl: Wörgl macht den Durchmarsch perfekt

Nach einem 3:2-Auswärtssieg beim Schlager in Kirchbichl kehrt der SV Wörgl als Meister der UPC Tirol Liga in die Westliga zurück.

©



Von Thomas Mair

Kirchbichl – In der dörflichen Idylle zwischen dem Strandbad und Ein- und Zwei-Familienhäusern steppte am Samstag in Kirchbichl der Bär. Das meisterschaftsentscheidende Unterland-Derby gegen den SV Wörgl lockte bei Volksfeststimmung die Massen an. Vor gut 1000 Zuschauern ging ordentlich der Rauch auf, die allgemeine Nervosität war schon beim Aufwärmen 45 Minuten vor Spielbeginn förmlich spürbar.

Den ersten Nadelstich am Rasen setzten die Hausherren in Person des Ex-Wörglers Florian Konrad, der zur 1:0-Führung einnetzte. Nach 37 Minuten sah es noch besser aus: Florian Taxacher, Nico Jamnig und Christoph Hechenbichler spielten einen Angriff zum 2:0 zu Ende. Die Antwort der Gäste (1:2/40.) folgte aber auf den Fuß. Und möglicherweise kam auch der Glanztat von Wörgl-Keeper Peter Hajda – er lenkte einen Peer-Freistoß an die Kreuzlatte – entscheidender Charakter zu. Denn nur drei Minuten später staubte Mahir Iftic zum 2:2 (50.) ab.

Die Wogen gingen in einem an sich fairen Derby hoch, das Schiedsrichtergespann um Stefan Gamper war nicht immer Herr der Lage. Kirchbichls Co-Trainer Johann Salvenmoser flog von der Bank, der Ball in Minute 67 zum 2:3 für die Gäste ins Netz. Und der große Auftritt von Wörgl-Coach Denis Husic kam: Er riss sich sein Shirt vom Leib und präsentierte einen Oberkörper, auf dem vorne „Danke, ich liebe euch“ und hinten „Hattrick-Titel, 3.0“ stand. Der vormalige Zweitligist (Konkurs 2005) ist in den letzten drei Jahren aus der Gebietsliga durchmarschiert.

Die Flugshow von Goalie Peter Hajda leitete die Wörgler Meisterparty in Kirchbichl ein.

Kirchbichls Bemühungen, mit dem Ausgleich die Titelentscheidung auf die letzte Runde zu vertagen, scheiterten. Hajda kratzte einen Heim-Schuss (83.) von der Linie. Husic gab den Oberkörper nach dem Schlusspfiff wieder frei: „Die ganze Anspannung ist abgefallen. Nach einem 0:2 das Spiel noch so zu drehen, ist unglaublich“, sprach der Meistermacher, der nach dem Schlusspfiff noch eine Wette einlösen musste: Husic hatte seiner Truppe beim Zeitpunkt von elf Punkten Rückstand versprochen, er werde mit der Unterhose vom Kirchbichler Mittelkreis nach Wörgl laufen, wenn man noch den Titel hole. Sein Team war gnädig: Eine Ehrenrunde am Platz reichte.

„Es ist schade, weil wir ein tolles Spiel geliefert haben. Das erste Gegentor war Abseits, dem zweiten ist ein Foulspiel vorangegangen. Die Burschen sind enttäuscht“, sprach Kirchbichl-Coach Paul Schneeberger, der die Sprüche korrigiert haben wollte, dass sein Team nicht aufsteigen hätte wollen: „Das haben wir mit diesem Spiel widerlegt. Die Jungs haben alles gegeben.“

Mit Pfeiler zum Klassenerhalt

„Ich hoffe, ein anderer Trainer schafft noch den Turnaround“, hatte Ex-Fügen-Trainer Alois Schönherr bei seinem Abgang gehofft. Und seine Hoffnung wurde wahr. Die Zillertaler siegten am Samstag im Abstiegsduell mit der SG Schönwies/Mils deutlich mit 4:1 (1:0) und sind damit gerettet.

Als Retter trat bei Schönherrs Abgang dessen Vorgänger Thomas Pfeiler auf den Plan. Der gebürtige Wiener holte mit seiner Mannschaft aus sieben Spielen 15 Punkte (vier Siege, drei Remis) und blieb ungeschlagen. „Ich bin das von Anfang an ruhig angegangen, immer mit dem Gedanken ‚Wir schaffen das‘“, erzählte ein erleichterter Coach, der einen Vorteil darin sah, dass er das Team schon von früher kannte. Einfach sei es nicht gewesen, aber es „haben alle Rädchen ineinandergegriffen“.

Für Kontrahent SG Schönwies/Mils wird der Verbleib in der Tiroler Liga indes schwer und ist abhängig von den Ergebnissen anderer. Silz/Mötz, das gegen Jenbach 3:0 siegte (34 Punkte), muss nächstes Wochenende in Völs möglichst hoch verlieren und die SG (31) gegen Matrei möglichst hoch gewinnen. Die Tordifferenz der beiden beträgt acht Tore. „Wir wissen, woher wir sind und wer wir sind – nach wie vor. Daher ist ein Gang in die Landesliga kein Beinbruch“, weiß auch Trainer Alexander Kregar. Das Team bleibt zusammen und ist damit sicherlich konkurrenzfähig. Völs ist nach einem grandiosen Frühjahr auf alle Fälle „safe“.

(ast)