Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 22.08.2016


UPC Tirol Liga

Platzer beendete Telfer Gastspiel

Nach zwei Runden trat Hugo Platzer als Trainer des SV Telfs zurück. Obmann Michael Kerschbaum übernahm die Agenden und eroberte ein 2:2.

Hugo Platzer trat nach drei sieglosen Pflichtspielen als Telfs-Trainer wieder ab

© zeitungsfoto.atHugo Platzer trat nach drei sieglosen Pflichtspielen als Telfs-Trainer wieder ab



Von Thomas Mair

Telfs – Das blamable Cup-Aus gegen Bezirksligist Oetz und nur ein Punkt aus zwei Spielen – Hugo Platzer, Oberländer Trainerlegende, hatte sich seine Rückkehr ins Tiroler Unterhaus anders vorgestellt und legte sein Amt als Coach des SV Telfs (UPC Tirol Liga) bereits unter der Woche überraschend früh zurück.

Der Haiminger, der zuletzt in Nigeria weilte und dort auch im Fußball-Nachwuchs arbeitete, wollte „aus einer guten Mannschaft, die noch Luft nach oben hat“, ein Spitzenteam der UPC Tirol Liga formen. Nach gut eineinhalb Monaten sind diese Wünsche nur noch Schall und Rauch. „Aus persönlichen Gründen“ sei er laut Obmann Michael Kerschbaum zurückgetreten, Platzer selbst war für die TT gestern nicht erreichbar. „Die Entscheidung tut mir leid, weil ich Hugo Platzer als Mensch sehr schätze“, schwang bei Kerschbaum auch ein bisschen Wehmut mit, weil die beiden eine lange Freundschaft verbindet. Platzer selbst will sich noch von der Mannschaft und vom Verein verabschieden.

Bereits gestern nahm der Obmann als Verantwortlicher auf der Bank Platz und musste mitansehen, wie seine verunsicherte Elf gegen Kematen schnell 0:2 in Rückstand geriet. „Wir haben blöde Tore erhalten, aber uns gut zurückgekämpft“, resümierte Kerschbaum nach dem 2:2-Unentschieden, das durch einen Osl-Elfmeter in der Schlussminute geglückt ist. „Fast hätten wir uns über die Runden gerettet“, meinte auch Kematens Markus Schnellrieder, den speziell die ersten 25 Minuten seiner Mannschaft entzückten: „Ich weiß keine bessere Auswärtsleistung. Lediglich das dritte und vierte Tor haben gefehlt.“

Für Telfs könnte das späte Erfolgserlebnis mit dem Ausgleichstreffer die Verunsicherung lösen. „Meine Spieler haben das Herz an der richtigen Stelle. Ich will auf sie einwirken und sie wieder auf Linie bringen“, erklärt Kerschbaum seine kurzfristigen Ziele, die er in seiner Triple-Funktion als Obmann, sportlicher Leiter und Coach in Angriff nehmen wird. Die Trainersuche hat derzeit nicht oberste Priorität, weil er sich über die bevorstehende Aufgabe am Platz nach zahlreichen Jahren Pause wieder freut: „Ich bin motiviert und sehe das Potenzial in der Mannschaft“, sprüht Kerschbaum vor Tatendrang. Er schließt einen Schnellschuss in der Trainerfrage aus und lässt trotzdem alles offen: „Alles ist möglich!“