Letztes Update am Mo, 22.08.2016 13:46

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Thema der Runde

FC Stubai bleibt vorerst eine Vision

Der SSV Neustift – in der Saison 2013/14 noch in der Tiroler Liga – ist inzwischen in die Gebietsliga abgestiegen. Obmann-Stellvertreter Markus Kindl hadert auch mit der Einstellung mancher Akteure.

Neustifts Kapitän Thomas Gröber (l.) ...

© ZangerlNeustifts Kapitän Thomas Gröber (l.) ...



Von Tobias Waidhofer

Neustift – Als Vereinsfunktionär hat man es oft nicht besonders einfach. Markus Kindl kann davon ein Lied singen. Der Obmann-Stellvertreter leitet gemeinsam mit dem derzeit urlaubenden Obmann Florian Kindl die Geschicke des SSV Neustift. Und als solche mussten sie kurz vor Saisonbeginn die zweite Kampfmannschaft zurückziehen.

„Wir haben die Devise ausgegeben, dass unsere Kampfmannschaft durchwegs aus einheimischen Spielern bestehen soll“, beginnt Markus Kindl, „deshalb sind natürlich einige Spieler aus der Zweier aufgerückt.“ Trotzdem wollte man die zweite Kampfmannschaft mit einem 19-Mann-Kader weiterführen. Aber: „Es ist schwierig, mit den Burschen etwas auszumachen. Wenn sie da sind, spielen sie ja gern, aber wenn sie im Urlaub sind, sind sie halt im Urlaub.“ Darauf könne man sich als Verein nicht stützen.

... und Trainer Emanuel Akwuegbu (kl. Bild) wollen in der Gebietsliga West die Trendwende einläuten.
... und Trainer Emanuel Akwuegbu (kl. Bild) wollen in der Gebietsliga West die Trendwende einläuten.
- Zangerl

„Deshalb mussten wir die zweite Kampfmannschaft schweren Herzens zurückziehen.“ Man sei dabei aber nicht allein. „Kematen, Oberperfuss oder Axams. Es ist vielen so gegangen“, weiß Kindl.„Der Fanatismus hält sich in der heutigen Zeit einfach in Grenzen, Die gesellschaftliche Situation hat sich verändert. Die meisten Jungen wollen ihre Freizeit nicht dem Fußball verschreiben.“

Und auch wenn Kindl das durchaus nachvollziehen kann, wünscht er sich manchmal „mehr Verständnis der Spieler, was alles an einem Verein hängt, was es heißt, einen Spielbetrieb aufrechtzuerhalten“. Sonst würden sich irgendwann auch engagierte Funktionäre fragen: „Wofür mache ich das?“

Dabei hätte der SSV infrastrukturell beste Voraussetzungen. Auch wegen des Engagements der Familie Kindl. „Wir haben einiges geschaffen“, weiß Markus. Das Neustifter Gelände, das ja immer wieder Spitzenteams, wie zuletzt die französische Nationalmannschaft, ins Stubai lockte, umfasst unter anderem zwei feine Rasenplätze und eine überdachte Tribüne. Immer natürlich mit Unterstützung des Tourismusverbands.

Eine Vision Kindls ist weiterhin ein gemeinsamer Stubaitaler Verein. „Ein FC Stubai wäre das Sinnvollste. Aber das stellt sich bei den vielen verschiedenen Interessen natürlich schwierig dar.“ Vorerst liegt die Konzentration also auf der eigenen Kampfmannschaft, die zuletzt von der Landesliga in die Gebietsliga abgestiegen war. Gestern feierten die Stubaier einen 6:4-Sieg bei Roppen/Karres. Das freute natürlich auch Neo-Coach Emanuel Akwuegbu, der vor seinem Engagement im Stubaital die U12 des FC Wacker angeleitet hatte. „Ich wollte unbedingt in den Erwachsenen-Fußball. Die Arbeit macht Spaß“, sagt der Bruder des ehemaligen Wacker-Kickers Benedict Akwuegbu. Von der Mannschaft ist er überzeugt: „Wir werden Geduld brauchen. Aber ich bin optimistisch.“ Das wird sicher auch die Kiebitze im Stubaital freuen.