Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 15.12.2016


Bezirk Kitzbühel

Die Alpinen sind wieder zurück

Sailer, Molterer, Hinterseer, Leitner und Co. haben die Skigeschichte Kitzbühels geprägt. Nach einer langen alpinen Durststrecke sind wieder KSC-Nachwuchshoffnungen auf dem Sprung in den Ski-Weltcup.

Mit Carina Dengscherz, Moritz Marko und Dajana Dengscherz (Bild) will der KSC auch wieder im Weltcup punkten.

© GEPA pictures/ Mario KneislMit Carina Dengscherz, Moritz Marko und Dajana Dengscherz (Bild) will der KSC auch wieder im Weltcup punkten.



Von Harald Angerer

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Kitzbühel, Kirchberg – Es ist eine äußerst erfolgreiche Geschichte, auf die der Kitzbüheler Skiclub KSC zurückblickt. Seit Bestehen des Skiclubs haben KSC-Sportlerinnen und -Sportler nicht weniger als insgesamt 53 Olympia- und WM-Medaillen geholt. Mit dem legendä­ren Ski-Wunderteam mit Toni Sailer, Ernst Hinterseer, Hias Leitner, Anderl Molterer, Fritz Huber und Christian Pravda hat der Skiclub Geschichte geschrieben und mit Toni Sailer stellt man den österreichischen Jahrhundertsportler.

Doch die Zeiten, in denen die Kitzbüheler alpine Erfolge verbucht haben, sind Geschichte. Der letzte Kitzbüheler Sieger bei den Hahnenkammrennen war Hansi Hinterseer 1974 und der letzte Kitzbüheler Starter auf der Streif war Guido Hinterseer vor 30 Jahren. Seither sorgen die Nordischen für sportliche Erfolge für die Kitzbüheler. Sehr erfreulich, wie immer wieder, nicht nur von KSC-Präsident Michael Huber, betont wird. Doch dass es im alpinen Bereich so gar nicht mehr klappen wollte, kratzte schon am Kitzbüheler Stolz. Die Betonung liegt aber auf „wollte“, denn im heurigen Winter könnte mit Moritz Marko erstmals wieder ein Kitzbüheler am Start der Streif stehen.

Marko ist 19 Jahre alt und derzeit im ÖSV-C-Kader. Da heuer erstmals auch Europacuprennen auf der Streif stattfinden werden, ist ein Start für ihn möglich, wie man von Seiten des KSC betont. „Ein Start in Kitzbühel wäre natürlich schon cool“, grinst der junge Rennläufer. Er ist auf die Speed-Disziplinen spezialisiert, konnte heuer aber auch schon in den technischen Bewerben aufzeigen. Der Streif-Start wäre sein bisheriger Karriere-Höhepunkt. Ansonsten möchte er sich im Europacup etablieren. Eine Verletzung im Vorjahr hat ihn etwas zurückgeworfen, diese sei aber überwunden. Als Ziel hat er die Junioren-WM, hier möchte er sich qualifizieren.

Doch Marko ist nicht die einzige KSC-Hoffnung, auch mit den beiden Schwestern Dajana (20) und Carina (18) Dengscherz aus Kirchberg hat der Verein zwei heiße Eisen im Rennen. Dajana ist bereits im ÖSV-B-Kader und konnte im Vorjahr schon in den Weltcup hineinschnuppern. Ihre jüngere Schwester Carina ist nach einer Verletzung wieder auf dem Weg zurück. Sie möchte sich ebenfalls im Europacup etablieren. Dort möchte Dajana Dengscherz unter die Top 3 kommen, um sich fix für den Weltcup zu qualifizieren. „Auch mein Schwerpunkt liegt bei den Speed-Disziplinen, aber ich werde den Riesentorlauf mitnehmen“, sagt Dajana Dengscherz. Aufgrund dieser Erfolge kann sich KSC-Präsident Michael Huber für die Zukunft auch Damenrennen in Kitzbühel vorstellen. „Die Chance gäbe es ab 2021. Ich bin mit der Idee auch schon an ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel herangetreten, der war da aber eher weniger begeistert“, sagt Huber. Er selbst könnte sich ein Rennen auf einer verkürzten Streif vorstellen.