Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 20.02.2017


Erste Liga

Stocker übernimmt das Ruder beim FC Wacker

Bei der Generalversammlung des FC Wacker Innsbruck am Sonntag wurde Gerhard Stocker zum Präsidenten gewählt. Der neue starke Mann will so schnell als möglich zusätzliche Geldgeber finden.

© Thomas Boehm / TTSchwarz-grüne Amtsübergabe: Vorgänger Josef Gunsch (l.) wünschte Nachfolger Gerhard Stocker nur das Beste.



Von Thomas Mair

Mit 15-minütiger Verspätung startete am Sonntag die Generalversammlung des FC Wacker Innsbruck in den VIP-Räumlichkeiten des Tivoli-Stadions. Unter anderem ließen sich 136 Mitglieder (121 davon stimmberechtigt) das nicht entgehen. Wie erwartet, wurde dann Gerhard Stocker zum neuen Wacker-Präsidenten gewählt.

Das Budget (Stand: Dezember 2016) der Schwarz-Grünen weist eine negative Zwischenbilanz auf. Noch bevor es zur Wahlurne ging, appellierte Stocker, der schon von 2003 bis 2008 als Obmann des Vereins fungierte, an die Anwesenden: „Niemand soll uns wählen, der nicht an uns glaubt. Wir brauchen eure Toleranz und Mithilfe." Wenig später wurde er mit 106:9 Stimmen zum neuen Präsidenten gewählt. Stocker: „Wir wollen eine Gesprächsbasis schaffen, damit in Zukunft neue Geldgeber gewonnen werden können. Jedes Mitglied soll für sich selbst entscheiden, was es für den Verein tun kann."

Der scheidende Präsident Josef Gunsch hatte seinem Nachfolger schon zuvor verbal Rosen gestreut: „Gerhard Stocker kann den Verein in eine gute Zukunft führen. Er ist ein Garant für Kontinuität." Ebenso umjubelt wurde der Wacker-Coach Karl Daxbacher, der im Rahmen der Veranstaltung noch einmal präsentiert wurde. Und der erfahrene Coach nützte gleich die Gelegenheit, um für das Derby gegen Wattens am kommenden Freitag eine klare Ansage zu machen: „Beim Derby darf es eigentlich nur einen Sieger geben: Wacker Innsbruck."

Weniger erfreulich war dann der Bericht zu den Finanzen des Tiroler Clubs. Im zweiten Halbjahr 2016 gab es einen Fehlbetrag von 286.000 Euro — das entspricht einem negativen Eigenkapital von 278.000 Euro. Die Gründe dafür seien geringere Zuschauereinnahmen, weniger Sponsoren und höhere Personalkosten. Das soll sich im Budget 2017/2018 aber wieder ändern. Durch gesenkte Personalkosten will man einen Überschuss erwirtschaften und so die Lücke wieder schließen.

Die Codes 4-3-3 oder 4-1-4-1 läuten die Derbywoche ein:

Die WSG Wattens setzte gestern nach dem Trainingslager in La Manga (ESP) zu einer Punktlandung in München an. Die Sorgen um die Knieverletzung von Lukas Katnik (heute MRT) sind bekannt, auch bei Benni Pranter tickt die Uhr unaufhaltsam dem Derby gegen Wacker Innsbruck (Freitag/18.30 Uhr) am Tivoli entgegen.

Die Wattener wissen, was sie voraussichtlich taktisch (4-3-3-System) spielen, die Frage ist nur, mit wem sie es spielen. „Lass dich überraschen", betätigt WSG-Coach Thommy Silberberger einen Spruch, den einst der niederländische Talkmaster Rudi Carrell gerne benützte. Auf gute Nachrichten von Katnik sind alle im WSG-Lager heute gespannt.

Beim FC Wacker sitzt der taktische Mantel (4-1-4-1) nach der Wintervorbereitung ebenfalls, das Krankenlager (Säumel, Freitag, Hölzl ?) lässt aber auch Fragen nach der Startaufstellung offen. Personelle Optionen besaß der FC Wacker schon im Herbst mehr, dennoch gingen beide Derbys verloren. „Es entscheidet sich am Platz", bringt es Coach Karl Daxbacher auf den Punkt. Und das eigene System könne man ja auch als 4-3-3 ausweisen: „Das klingt ja für jeden Trainer gut, wenn man mit drei Spitzen spielt." Da ist ein Augenzwinkern dabei ? (lex)

Die VIP-Räume des Tivoli-Stadion waren sehr gut gefüllt.
- Thomas Boehm / TT