Letztes Update am Mo, 05.06.2017 09:10

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kerschdorfer-Tirol-Cup

TFV-Cupfinali bieten wieder viel Zündstoff

Westliga-Aufsteiger SV Wörgl und Tirol-Liga-Leader FC Kitzbühel kämpfen am Pfingstmontag (17 Uhr) um den Titel im Kerschdorfer-Tirol-Cup. Bei den Damen kreuzen Gastgeber Neustift und Schwoich (14.30 Uhr) die Schwerter.

Wer greift sich den Pokal? Kitzbühel-Coach Alex Markl (l.) oder Wörgls Denis Husic.

© Michael KristenWer greift sich den Pokal? Kitzbühel-Coach Alex Markl (l.) oder Wörgls Denis Husic.



Herren-Finale: SV Wörgl - FC Kitzbühel (17 Uhr)

Von Alex Gruber

Neustift – Die Generalprobe für das Cupfinale ist den Kitzbühlern mit einem 3:1-Sieg in Kematen geglückt. Vor allem der Serbe Bojan Margic, der erst kurz vor dem Spiel wieder einreisen konnte, zeigte als Joker stark auf. Vom Ergebnis her trennt die Gamsstädter nicht mehr viel vom Titel, war Coach Alex Markl natürlich sehr zufrieden. „Mit den Ausfällen relativiert sich das aber“, sprach Markl unmittelbar nach dem Schlusspfiff am Kemater Rasen. Denn Andreas Landerl war frühzeitig mit einer Knieverletzung ausgeschieden und Kapitän Thomas Hartl mit einer schweren Prellung im Brust- und Schulterbereich. Mit keinem der beiden ist am Montag zu rechnen. „Dann müssen die anderen noch mehr Gas geben“, weiß Markl, was zum Beispiel der angeschlagene Sascha Wörgetter seit Wochen schon leistet.

Die Zeit ist reif im dritten Endspiel in den letzten vier Jahren: 2014 (1:5) und 2016 (1:1; dann 0:3 im Elfmeterschießen) scheiterte man jeweils an der WSG Wattens. Aller guten Dinge sollen drei sein, deswegen darf die Plastikgams trotz anderer Überlegungen als Glücksbringer wieder mit. Priorität, so Markl, genieße aber der Titel in der UPC Tirol Liga und der Aufstieg in die Regionalliga West.

Dort ist der SV Wörgl in dieser Saison nach dem Durchmarsch von der Gebiets- bis in die Westliga mit dem Klassenerhalt angekommen. Und seit vergangenem Freitag hält Coach Denis Husic auch die UEFA-A-Lizenz in seinen Händen. Jetzt soll mit dem Cupsieg – es wäre der insgesamt vierte und erste seit 20 Jahren (1997) – das absolute Sahnehäubchen drauf: „Das wäre natürlich ein Traum. Der Cupsieg fehlt mir und vielen von uns noch“, geht Husic nach einer letzten Trainingseinheit am Samstag mit seiner Truppe hochmotiviert ins Rennen: „Wir waren zuletzt vier Spiele in Serie ungeschlagen und die Jungs sind richtig gut drauf.“ Für den Fall der Fälle – „ich glaube, dass die beiden Teams ziemlich ausgeglichen sind“ – wurde beim SV Wörgl auch noch Elfmeterschießen trainiert. Wenngleich der Adrenalinpegel am Finalfeld natürlich ein komplett anderer sein wird.

Der Fußball-Festtag in Neustift geht am Pfingstmontag auch auf die treuen Agenden von Cupsponsor Hannes Kerschdorfer zurück. Aber nur ein Team kann am Ende den Rahmen genießen.

Strahlen dem Damen-Cupfinale im Stubaital entgegen: Schwoich-Spielerin Claudia Kendlbacher (l.) trifft am Montag auf das Neustift-Duo Anna Öggl und Elisabeth Duftner (r.).
Strahlen dem Damen-Cupfinale im Stubaital entgegen: Schwoich-Spielerin Claudia Kendlbacher (l.) trifft am Montag auf das Neustift-Duo Anna Öggl und Elisabeth Duftner (r.).
- Michael Kristen

Frauen-Finale: Neustift - Schwoich (14.30 Uhr)

Von Susann Frank

Innsbruck, Neustift – Trotz Pokalfinalteilnahme blickt Schwoich-Frauen-Trainer Mutlu Kuyucuk etwas wehmütig auf das Endspiel am Montag um 14.30 Uhr gegen Neustift. „Das sehr spannende Spiel mit offenem Ausgang“, so Kuyucuk, wird seine drittletzte Partie mit den Tabellenführerinnen der Tiroler Liga sein.

Der Grund? Der Coach sieht keine Perspektive bei den Damen, kann keine neuen Ziele in Angriff nehmen. Wenn Schwoich am 17. Juni wahrscheinlich die Meisterschaft gewinnt (sechs Punkte Vorsprung), ist das hinsichtlich eines möglichen Aufstiegs bedeutungslos.

Rittern um den Damen-Titel – Mutlu Kuyucuk (l./Schwoich) und Serkan Demir (Neustift).
Rittern um den Damen-Titel – Mutlu Kuyucuk (l./Schwoich) und Serkan Demir (Neustift).
- Michael Kristen

Den Spielbetrieb in einer höheren Liga kann sich der Verein bei den Damen nicht leisten. Für Kuyucuk liegt die Problematik immer noch darin, dass die Frauen „sowohl im Berufsleben als auch im Sportleben immer noch benachteiligt und zu wenig gefördert werden. Die Wertschätzung fehlt in allen Bereichen.“

Mittlerweile sind sogar die Zahlen im Nachwuchs rückläufig. Bei Schwoich beenden nach der Saison sechs Kickerinnen ihre Fußballlaufbahn. Der Spielbetrieb für die kommende Saison kann nur durch eine Spielgemeinschaft mit Wildschönau aufrechterhalten werden. Tiroler Liga-Konkurrent Neustift konnte nur durch das Modell der Zusammenlegung mit Matrei ins Finale einziehen. „Die derzeitige Situation im Tiroler Frauenfußball erfordert solche Spielgemeinschaften“, stellt Anneliese Martin mit Bedauern fest: „Wir haben zu wenig Spielerinnen für erste Mannschaften.“

Neue Projekte in den Volksschulen sollen laut der Frauenreferentin des Tiroler Fußballverbandes eine Trendwende bringen. Zudem blickt sie trotz sportlicher Talfahrt des Wacker-Bundesliga-Teams durch den Führungswechsel beim Verein im Februar zuversichtlicher in die Zukunft.

„Es werden neue Strukturen aufgebaut“, erklärt Wacker-Präsident Gerhard Stocker und betont: „Wir werden die Damen mehr unterstützen als bisher.“ Beim jüngsten Erfolg des Nationalen Frauen-Zentrums in St. Pölten beginnt Stocker zu schwärmen: „Es ist unglaublich, was dort passiert.“ Am 28. Mai kürte sich der Nachwuchs zum Schülerinnen-Weltmeister. Stocker will durch das Bekenntnis zum Spitzenfußball bei den Frauen erreichen, dass die Fußballerinnen in Tirol wieder höhere Ziele anpeilen können.