Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 08.06.2017


Basketball

Knorpelschaden zwingt Vieider zum Rücktritt

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© gepa



Von Roman Stelzl

Klosterneuburg – Das Glück des Tiroler Basketballers Romed Vieider klang für ihn selbst wie Vollendung. Ein liebgewonnener Wohnort (Klosterneuburg), eine Kapitänsrolle bei einem Bundesliga-Team (Klosterneuburg Dukes), ein vielversprechendes Studium (Medizin), seine stärkste Saison (13,2 Punkte im Schnitt) und dazu noch eine Freundin, die das Paket mit ihrem Umzug nach Niederösterreich abrundet.

Nur ein Wunsch blieb offen. Jener nach sportlicher Fitness, nach einem Körper, der den Strapazen des Basketballsports standhält.

Ein Knorpelschaden im linken Knie wollte nicht besser werden – er zwang den 26-jährigen Rumer zu einem radikalen Entschluss: Ende der Karriere. „Das war sicher die schwierigste Entscheidung meines Lebens. Da sind einige Tränen geflossen, das war sehr emotional. Aber ich musste der Gesundheit zuliebe einfach einen Schlussstrich ziehen“, sagte Vieider.

Die Aussicht auf Besserung der Knieprobleme war gering – vielmehr diagnostizierten die Ärzte eine Verschlechterung. „Es hieß, ich soll eine Pause einlegen. Auch das half nicht weiter“, sagte Vieider und ergänzte: „Aber es ist ja nicht so, als würde ich in der italienischen Serie A spielen. In Österreich fiel die Entscheidung leichter.“

Der Sprung ins Ausland blieb dem Nationalspieler verwehrt – dabei hatte Vieider bereits in jungen Jahren in den USA angeklopft. Gemeinsam mit seinem Tiroler Landsmann Jesse Seilern bekam der 1,96 Meter große Forward ein Stipendium. Doch dann folgte ein tragischer Autounfall innerhalb der Mannschaft, der die Auflösung des US-Juniorteams nach sich zog – Vieider wollte nicht warten und entschied sich kurzerhand für ein Angebot aus Wels. „Ich bereue die Entscheidung nicht, aber der Schritt nach Nordamerika hätte mich schon gereizt.“

So blieb Vieider von 2009 weg sechs Saisonen lang bei den Oberösterreichern in der Bundesliga, ehe er zu den Dukes wechselte. In Klosterneuburg gab es die Kapitänsrolle – und Karriere-Höchstwerte in allen wichtigen Kategorien wie Punkten oder Assists. Und genau an diesem Punkt ist nun Schluss. Vieider will sich auf sein Studium konzentrieren, bekommt zudem einen Management-Posten im Team. Korbwürfe gibt es damit vorerst nur noch im Büro.