Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 25.06.2017


Race Across The Alps

Petzold wird RATA-Sieger in Rekordzeit

Dritter Sieg für Robert Petzold beim 17. Race across the Alps (RATA) — am Sonntag folgt die 24. Auflage des Dreiländer-Giro mit 3000 Teilnehmer.

© ZangerlRATA-Siegertrio in Nauders: Patrick Hagenaars (2.), Robert Petzold (1.), Mathias Reinfried (3.), von links.



Von Toni Zangerl

Jubel bei Hagenaars.
- Zangerl

Nauders — Mit einer fabelhaften Leistung setzte Robert Petzold aus Dresden beim 17. Race across the Alps neue Maßstäbe. Seinem dritten Start ließ er den dritten Sieg en suite folgen. Und seine bisherige Bestmarke des Vorjahrs mit 21:26 Stunden unterbot er gleich um 46 Minuten und stieg nach exakt 533,5 Kilometern und 13.600 Höhenmetern nach 20:40 Stunden im Ziel vom Rad.

51 Minuten später folgte der Unterländer Patrick Hagenaars in 21:31 Stunden, feierte damit eine perfekte Premiere in diesem härtesten Eintagesrennen der Alpen. Petzold und Hagenaars waren nach dieser Extremtour über Stilfserjoch, Umbrailpass, Gaviapass, Mortirolo, Aprica, Bernina, Albula und Ofenpass und über das Stilfserjoch wieder retour nach Nauders sichtlich am Ende ihrer Kräfte.

Der ehemalige ÖSV-Kombinierer Hagenaars, im Vorjahr Sieger des Dreiländer-Giro, schilderte die Qualen. „Egal, was das in den letzten 21 Stunden war, ich bin nur froh, dass diese Leiden nun ein Ende haben. Ich hab' alles riskiert, weil ich eine Kämpfernatur bin. Ich hab' schon vorher zu meiner Crew gesagt, dass das niemals möglich sein wird, aber ich hab's geschafft und bin so froh, dass ich an meine Grenzen gegangen bin. Und ehrlich — ich hab' mich in den zurückliegenden 21 Stunden oft gefragt: Du Trottel, warum machst du das eigentlich?" Im Ziel, nach einem Schluck Bier und einer Leberkässemmel, wusste er es: „Jede Planung für so ein Rennen kannst du dann vergessen, es wird sowieso alles ganz anders. Stolz bin ich, weil ich 100 Prozent bio bin. Dafür lasse ich mir meinen rechten Arm abschneiden", sagte er als überzeugter Gegner jeglichen Dopings, der einst seinen linken Arm bei einem Unfall verloren hatte und nun mit einer Prothese am linken Arm am Lenker fixiert seit Jahren eindrucksvolle Leistungen am Rennrad und am Mountainbike liefert.

Sieger Robert Petzold aus Dresden ist ein „Optimierer", wie er sagte. Mit der Erfahrung von zwei RATA-Starts optimierte er sein Vorhaben für die dritte Auflage und so genehmigte er sich in 20:40 Stunden nur ganze sechs Minuten Pause aus dem Sattel. „Der Rest wurde im Fahren erledigt", lachte er im TT-Gespräch.

Mit Nauders und dem RATA ist Petzold nun im Reinen. Einen vierten Start? „Den wird es nicht geben", sagte er. Auch der Dritte, Mathias Reinfried (GER), und Vierte, Lukas Kienreich (AUT), blieben mit 22:07 bzw. 22:23 Stunden unter der 23-Stunden Marke. Heute folgt mit der 24. Auflage des Dreiländer-Giro ab 6.30 Uhr der nächste Höhepunkt in Nauders. 3000 Radler sind dabei am Start.

Der erschöpfte Sieger.
- Zangerl



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