Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 03.07.2017


Dressurreiten

„Das ist Reitkunst in Vollendung“

Fällt der Name der Schindlhof-Siegerin Isabell Werth (GER), fängt Dressurreiterin Victoria Max-Theurer an zu schwärmen. Auf sie selbst wartet bis zur EM im August viel Arbeit.

Österreichs Dressur-Ass Victoria Max-Theurer (o.) war wieder einmal beeindruckt von Isabell Werth.

© SchreinerÖsterreichs Dressur-Ass Victoria Max-Theurer (o.) war wieder einmal beeindruckt von Isabell Werth.



Von Susann Frank

Fritzens – Victoria Max-Theurer blickte ebenso wie die Laien unter den Dressursport-Zuschauern gebannt auf das Duo im Viereck. Keine Bewegung des ausdruckstarken Wallachs Don Johnson entging der Olympia-Teilnehmerin bei der Musikkür gestern Nachmittag am Schindlhof. Keine Hilfe der Ausnahme-Reiterin Isabell Werth verpasste die Oberösterreicherin. „Wenn man am selben Turnier wie Isabell teilnimmt, dann setzt man sich sogar beim Training zum Zuschauen hin. Man lernt bei jedem Tritt“, erklärte die 31-Jährige.

Voller Bewunderung unterstützte sie den frenetischen Applaus des Publikums nach der starken Sieger-Vorstellung. Und während Werth dem 16-jährigen Pferd den Hals klopfte, hob Max-Theurer zu einer wahren Lobeshymne auf die weltbeste Reiterin der Welt an: „Das ist Gänsehaut-Feeling pur beim Zuschauen. Das ist Reitkunst in Vollendung. Das ist einfach nur schwer beeindruckend. Vor allem, wenn man weiß, was an Arbeit dahintersteckt.“

Viele Stunden harten Trainings warten auf Österreichs beste Amazone in den kommenden Wochen. Denn während Werth, die erneut den Manfred- und Hilde-Swarovski-Wanderpreis gewinnen konnte, Top-Favoritin auf EM-Gold Mitte August in Göteborg ist, braucht Max-Theurer für das Ticket nach Schweden noch einen Erfolg beim Sichtungsturnier in zwei Wochen in Cappeln (GER).

Die schönsten Hüte am Schindlhof kürte Jury-Chefin Marie Haim-Swarovski (Mitte): Theresa Gruber, Eva Frank, Edith Albrecht, Susanne Kircher-Liner (v. l.).
Die schönsten Hüte am Schindlhof kürte Jury-Chefin Marie Haim-Swarovski (Mitte): Theresa Gruber, Eva Frank, Edith Albrecht, Susanne Kircher-Liner (v. l.).
- Schreiner

Ihr und ihrem Spitzenpferd Blind Date fehlt nach einer längeren Pause das „Feintuning“, wie es die Tochter von Olympiasiegerin Elisabeth Max-Theurer nennt. Das Gedächtnisturnier am Schindlhof war erst der zweite internationale Auftritt in dieser Saison.

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Mit „Beate“ (Spitzname der Stute) belegte sie am Freitag ebenso wie gestern Vormittag beim Grand Prix Special den zweiten Platz. Das stimmt positiv. Auch wenn am Schindlhof nicht daran zu denken war, Werth auf die Ränge zu verweisen, wie es Max-Theurer in der Vergangenheit schon gelungen war. „Das Ergebnis war gut, das freut mich. Ich hoffe, dass es in eine positive Richtung geht. Das Gefühl stimmt auf jeden Fall“, resümierte Max-Theurer.

Für sie ist der Turniersport eine Herzensangelegenheit, in die sie weiterhin alle ihre Energie stecken will, um vielleicht einmal der 16 Jahre älteren Ausnahmekönnerin Werth im Ansatz das Wasser reichen zu können.