Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 03.01.2018


Motorsport

Auer kehrt zu seinen PS-Wurzeln zurück

Tirols Motorsport-Aushängeschild Lucas Auer wird ab Mitte Jänner als Vorbereitung auf die DTM-Saison im Kart Platz nehmen.

© gepaMotorsport-Ass Lucas Auer gibt in Italien bei einer Kart-Serie „Vollgas“. Ab Mitte Februar stehen die DTM-Tests an.



Von Daniel Suckert

Innsbruck – Die 1994 verstorbene Formel-1-Legende Ayrto­n Senna (BRA) sagte einst über das Kartfahren: „Das war die wunderschönste Zeit meines Lebens. Es gab keine Politik, nur pures Racing.“ Daran hat sich bis heute fast nichts geändert. Politik kam sehr wohl hinzu, das Racing hingegen blieb unverändert. Für Österreichs PS-Aushänge­schild Lucas Auer die ideale Mischung, um sich ab Mitte Jänner einen Monat auf die nächste Saison im Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) vorzubereiten.

Natürlich hätte ihn ein Start beim 24-h-Rennen in Daytona (USA/Ende Jänner) gereizt. Das Spektakel wird mit dem Formel-1-Doppelweltmeister Fernando Alonso (ESP) nicht nur einen Prominenten am Start haben. Der Kufsteiner Auer hat sich hingegen für das Kart-Programm in Italie­n entschieden, auch wenn die Erfolgsaussichten nicht rosig sind: „Ich hole mir dort unten ein paar Watschen ab“, erklärt­e der dreifache DTM-Sieger unverblümt. „Da sind starke Kaliber am Start, da kannst du nur alt aussehen.“

Für den 23-Jährigen kein Grund, den Antritt in der Nähe des Gardasees zu meiden. „Ich werde einen kurzen Test davor machen und dann schauen, was rauskommt“, ergänzte der Mercedes-Pilot mit einem breiten Grinser auf den Lippen. Ab Mitte Februar warten dann bereits die Tests der DTM auf Auer. Der Unterländer weiß zwar noch nicht, wie oft er da im Einsatz sein wird, „aber sicher öfter als sonst“. Nachdem er erst vor drei Jahren in Hockenheim sein DTM-Debüt gefeiert hatt­e, war er in der Vorsaison bereits der Schnellste unter den Mercedes-Fahrern.

Was seine mögliche Zukunft in der Formel 1 betrifft, gibt es keine Neuigkeiten. Mercedes-Aufsichtsratboss Niki Lauda erklärte noch vor dem Jahreswechsel: „Lucas hat bisher keine Chance bekommen. Er hat das Potenzial, aber er ist noch nicht fertig.“ Für den dreifachen Champion braucht Auer noch etwas Zeit für den Sprung in die höchste Rennserie. Bei Force India könnte der Tiroler einen Job als Testfahrer bekommen. Sein Haupt-Betätigungsfeld bleibt unabhängig davon aber die DTM.