Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 02.02.2018


Motocross

Neurauter ist zurück in der der PS-Wohlfühlzone

Tirols Motocrosser Lukas Neurauter (25) hat eine der schwierigsten Saisonen seiner Karriere hinter sich.

© Neurauter/privatKommt ein Neurauter geflogen: Der Tiroler KTM-Pilot Lukas Neurauter (l.) trainiert mit Freunden in Italien schon für die neue Saison - die Ziele sind ambitioniert.



Innsbruck – „Alles läuft nach Plan.“ – Worte, die man im Vorjahr bei Lukas Neurauter nicht so oft gehört hat: „Es war eine Berg-und-Tal-Fahrt.“ Der KTM-Pilot erlebte 2017 einige schwere Stunden: Da war ein Sturz, der ihm plötzlich Panikattacken auf dem Motorrad bescherte. Und da war dann noch ein Wadenbeinbruch, der ein vorzeitiges Saisonende zur Folge hatte. Ein Stück Vergangenheit, das der 25-Jährige, seiner Meinung nach, abgeschüttelt hat.

„Ich sitze schon seit dem Oktober wieder am Motorrad“, erzählt Neurauter, der beim TT-Gespräch gerade im italienischen Ottobiano die ersten Spuren des Jahres in die lombardische Erde pflügte. Motiviert bis in die Haarspitzen spricht der Sautener über die neuen Ziele: In der Motocross-WM und beim MX Masters will er sich erneut mit der Weltelite messen.

Lukas Neurauter.
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Dass er sein Lächeln wiedergefunden hat, stellt aufgrund der letztjährigen Ereignisse schon etwas Besonderes dar. Ende April stürzte der Oberländer in den Niederlanden – zwei Wochen später musste er den WM-Lauf in Lettland sausen lassen. Ein­e Panikattacke ließ ihn vom Bike steigen. Doch es kam noch schlimmer: Im August brach sich „Luggi“ beim WM-Lauf in Frauenfeld (SUI) dann noch das Wadenbein.

Zeit zum Grübeln gab sich der KTM-Fahrer danach wenig. Schon zwei Monate später saß der „harte Hund“ wieder auf der Maschine. „Das Wichtigste war für mich, gar nicht lange zu überlegen“, sagt der Oberländer rückblickend. Die Konfrontation sollte die Lösung darstellen. Und so war es dann auch. Neurauter: „Ich habe mich sofort wieder wohlgefühlt. Alles war wieder wie früher.“

Abseits des hinter sich gelassenen Kopfkinos hat Neurauter „nur“ noch eine Metallplatte im Fuß stecken. „Am Anfang habe ich sie im Stiefel schon gespürt, aber jetzt merke ich überhaupt nichts mehr davon“, so der für den MSC Rietz Startende, der schnell die anfängliche Vorsicht wieder ablegte.

Zurück in der Wohlfühlzone sprach Neurauter über seine ambitionierten Ziele für die kommende Saison: „Ich will bei den WM-Läufen in die Punkte kommen, und im Masters würde ich am End­e der Saison gerne unter den Top fünf sein.“

Zusammen mit der Freundin und einem Mechaniker tritt er als Mini-Team gegen Werksmannschaften an. Dass die Trauben hoch hängen, dessen ist er sich durchaus bewusst: „Es wird schwierig, das Niveau ist im Vergleich zum letzten Jahr noch einmal gestiegen.“

Die erste Bewährungsprobe steht gleich Mitte Februar an. Da startet Neurauter zum Aufwärmen bei der italienischen Meisterschaft. (a.m., suki)