Letztes Update am Di, 20.03.2018 17:46

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Sport in Tirol

Ein Sturz ließ den Traum vom Sieg bei der Wildsau-Staffel platzen

Zwei Tiroler Teams kämpften bei der Wildsau-Staffel um den Sieg. Einen Materialdefekt am Zischgeles steckten „Los Raketos“ noch weg, den Sturz bei der Abfahrt hingegen nicht mehr. Die Sieger kamen aus dem Zillertal.

© zeitungsfoto.at21 Teams kämpften bei der Wildsau-Staffel um den Sieg.



Von Florian Madl

Praxmar – Es ist Leuten wie Heinz Kapferer, dem Obmann des SV Sellrain, hoch anzurechnen, dass sie der „Wildsau“ immer noch freien Lauf lassen. Denn die 16. Auflage der Vierer-Staffel, ein Skitourenrennen der besonderen Art, verlangt neben passenden Witterungs- und Schneeverhältnissen vor allem Hartnäckigkeit und Liebe: „150 Leute vom Verein, der Feuerwehr und der Bergrettung haben hier mitgearbeitet“, blickte die Seele der Veranstaltung gestern zufrieden auf das vergangene Wochenende zurück, an dem 21 Teams Lampsen und Zischgeles im Sturm erklommen und befuhren.

Der Startschuss für die 16. internationale Sellraintaler Wildsaustaffel erfolgte wie gewohnt durch die Kanone.
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Die äußeren Bedingungen nach vier Jahren Zwangspause: nach Meinung der Mehrheit „recht gut“, auch wenn die Sicht zunächst nicht die beste war. Oben hatten die Teilnehmer sogar Pulverschnee, unten hingegen begann der Kampf mit den Schlägen und Wellen: „Sie sind mit Hirn gefahren“, meinte Obmann Kapferer zu den Abfahrern. Gerade sie sind es, die sich für Extrem-Staffeln wie die „Wildsau“ nur schwer finden lassen und dennoch den entscheidenden Faktor darstellen. Das erwies sich auch heuer, als es um den Sieg ging. Denn „Los Raketos“ mit den Oberperfern Christian und Florian Ragg bzw. Max Triendl sowie dem Sistranser Richard Obendorfer hätte mit ein wenig mehr Glück bei der Abfahrt vom Zischgeles wohl den Sieg davongetragen. Obendorfer hatte sich zunächst trotz Bindungsproblemen als Schnellster auf den zweiten Anstieg gekämpft und als Gesamtführender an Triendl übergeben. Dieser musste die Siegchancen jedoch auf dem Weg nach unten begraben. „Selbst einem erfahrenen Skifahrer wie ihm kann das passieren“, meinte Sprecher Othmar Peer.

Mit Snowboarderin Gitti Köck war auch eine Olympiamedaillen-Gewinnerin (Bronze 1998) am Start.
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Der Mutterer, ein ausgewiesener Ausdauer-Experte, bedauerte wie auch Kapferer die schwache Beteiligung: „Die Konkurrenz durch andere Veranstaltungen ist mittlerweile eine sehr große“, stellte er fest. Eine Modusänderung – Zweier-Teams, von denen jeder Teilnehmer einen Berg allein besteigt und befährt – steht für kommende Auflagen im Raum.

16. Wildsau-Staffel in Zahlen

Herren: 1. Mountainshop Hörhager – Hinteres Zillertal 1:59:45,1 Std. (Hollaus, Ottner, Holzer, Brandacher/alle Tirol), 2. Die Edelfürsten (GER) +1:32,5 Min., 3. Los Raketos 3:31,1 (C. Ragg, F. Ragg, Obendorfer, Triendl/alle Tirol).

Damen:

1. Regionalsport Damen Power Team 2:34:46,2 Std. (Sautner, Köck, Berglund, Hochmuth), 2. M-EDV Schneekatzen +16:44,3 Min. (Helfenbein-Follmann, Kofler, Rudigier, Grabauer).

Die Schnellsten

Lampsen, Aufstieg: Marco Hollaus (Maurach) 54:15,9 Min. Lampsen, Abfahrt: Florian Ragg (Oberperfuss) 5:03,5 Min. Zischgeles, Aufstieg: Richard Obendorfer (Sistrans) 52:33,7 Min. Zischgeles, Abfahrt: Michael Plattner (Axams) 4:10,8 Min.