Letztes Update am Mo, 23.04.2018 09:48

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Regionalliga West

Wacker Amateure: Vom Fohlen zum Rennpferd

Die Wacker-Fohlen haben einen Lauf. Nach dem 4:0 gegen Hohenems stehen sieben Punkte aus den letzten drei Partien ohne einen einzigen Gegentreffer zu Buche.

© Foto TT / Rudy De MoorDie Wacker-Fohlen hatten zuletzt in der Westliga viel Grund zum Jubeln.



Von Alex Gruber

Innsbruck – Normalerweise steht viel Jugend – gegen Hohenems hatte die Wacker-II-Startelf ein Durchschnittsalter von 18,5 Jahren – für Sturm und Drang. Sprich: Der Vorwärtsdrang liegt der Seele oft näher als die Rückversicherung. Deswegen sticht die Premiere, dass die Fohlen gegen Hohenems sowie zuvor gegen Seekirchen (1:0) und St. Johann (0:0) kein einziges Gegentor hinnehmen mussten, durchaus ins Auge.

„Ich bin seit 2012 dabei, aber an drei Westliga-Partien in Serie ohne Gegentor kann ich mich auch nicht erinnern. Die Jungs sehen das Resultat, wenn man gut und sauber gegen den Ball arbeitet“, lobt Grumser die Disziplin seiner jungen Elf („eine super Gruppe“), die sich nach wir vor am Feld trotzdem nach vorne orientiert.

Das einstudierte Repertoire an Standardsituationen schlug sich beim Tor von Thomas Kofler nieder, danach durften auch Matthäus Taferner (17) und Raphael Galle (18) jubeln. Für den Letztgenannten war nach dem Aufstieg aus der AKA U18 zu den Fohlen und in den Profikader der Zweitliga-Truppe in dieser Saison auch nicht immer alles ganz leicht. „Wir sind bei den Profis im Mittelfeld sehr gut besetzt. Jetzt sind Raphi und andere einmal in einer Phase, in der es weniger schnell vorangeht. Aber die Burschen investieren alle richtig viel“, fährt Grumser seinen Youngsters mit Feingefühl übers Haupt. Denn am Weg nach oben sei es nicht immer leicht, dass man nicht die Geduld verliere: „Man wiederholt, dass die Jungs kritik- und lernfähig bleiben sollen. Aber das ist halt auch nicht immer so leicht, wie es sich sagt“, weiß der 38-jährige Coach aus langer Erfahrung, dass der Weg vom Jugend- in den Profibereich oder vom talentierten Fohlen zum erstklassigen Rennpferd kein leichter ist.

Weitere ÖFB-Nachwuchs­teamspieler, die aufgrund eigener Veranlagungen – beispielsweise wie Clemens Hubmann – muskelbepackt wie ein „V“ oder „Cornetto“ aussehen, streben nach oben: „Wir legen auch viel Wert auf Athletik, aber jeder Typ ist anders. Und die Leichtfüßigkeit darf nicht verloren gehen“, betont Grumser.

Auf einer Seite stand bei den sechs Spielen der schwarzgrünen Fohlen im Frühjahr immer die Null: bei den zwei Niederlagen gegen Wörgl (0:2) und Grödig (0:5) oder bei einem weiteren Sieg (4:0) in Alberschwende. In Summe sind’s zehn Punkte und viel Potenzial für die Zukunft.