Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 03.05.2018


Handball

In der Ruhe liegt die Kraft, und womöglich der Sieg

Nach dem hart erkämpften 28:27-Sieg gegen Krems wachsen in Schwaz die Bäume noch nicht in den Himmel, aber dafür der Appetit auf mehr.

© Jakob GruberMatias Jepsen und Co. besiegten Krems daheim nach einem harten Kampf – nun soll auswärts der nächste Streich folgen.



Von Alois Moser

Innsbruck – Viel hatten sich die Schwazer Handballer nach der knappen Niederlage im ersten Viertelfinalspiel gegen Krems vorgenommen. Und viel gelang ihnen tatsächlich im zweiten Match in der Schwazer Osthalle, in dem sie den favorisierten Kremsern ein 28:27 und damit ein Entscheidungsspiel abtrotzten. Nach dem „Thriller dahoam“ werden die Tiroler am Samstag mit stolzgeschwellter Brust in die Wachau reisen.

„Das zusätzliche Spiel ist speziell für die Spieler ein­e Belohnung für die ganze Mühe“, freute sich Sportdirektor Thomas Lintner mit den Seinen. Über weite Strecken hab­e er ein „sehr starkes Handballspiel“ gesehen – bis auf eine Schwäche­phase nach der Pause, in der den Schwazern das bis dahin sicher kontrollierte Match beinahe noch aus den Händen geglitten wäre. „Da haben wir ordentlich gewackelt“, lässt Lintner Revue passieren. Die Hausherren wankten, aber sie fielen nicht: „Mit einer Willensanstrengung und ein paar Umstellungen durch den Trainer haben wir das wieder in den Griff bekommen.“ So stand am Ende einer bis zur letzten Sekunde spannenden Nervenschlacht ein knapper Schwazer Sieg – der auch den favorisierten Verlierern an die Nieren ging. „Bei den Kremsern kochten die Emotionen nach dem Spielende etwas über, aber das gehört dazu“, hat Lintner Verständnis für den Gegner. Vielmehr zeige die Episode, dass dieser „nicht weniger unter Druck steht als wir“. In der Ruhe liegt die Kraft, und für Lintner ein möglicher Schlüssel zum Sieg in der Wachau: „Wir müssen in Krems so lange wie möglich ruhig und konzentriert auftreten. Je länger wir geduldig bleiben, desto größer werden unsere Chancen.“

Dabei soll es auch von den Rängen lautstarke Anfeuerungsrufe für die Schwazer geben: „Wir werden schon einiges an akustischer Unterstützung mitnehmen.“

Nach dem ersten Sieg gegen Krems seit 2016 auf heimischem Boden will sich Schwaz auch auswärts nicht verstecken, sondern voll angreifen. Und auch wenn der Fokus voll auf der Partie in Krems liegt – Lintner denkt schon ein wenig weiter: „Wir hatten im Heimspiel am Freitag so eine tolle Kulisse. Es wäre toll, das heuer noch einmal erleben zu können.“ Bei den Schwazern wächst der Appetit auf mehr.