Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 14.05.2018


UPC Tirol Liga

Güclü ist sich sicher: “So wird die Reichenau Meister“

Nicht gut gespielt, trotzdem gewonnen: Die Reichenau machte mit einem 1:0-Sieg in Hall den nächsten Schritt in Richtung Titel. Telfs gewann 5:2 gegen Mayrhofen.

© Michael KristenDie Haller Spitze Andreas Wörnl (M.) war gegen die Reichenauer Abwehr um Alexander Mader (l.) gestern meistens abgemeldet.



Von Alois Moser

Hall – Wenn es nach Reichen­au-Trainer Gernot Glänzer geht, ist jedes der noch ausstehenden Spiele seiner Schützlinge ein Finale. Das erste Endspiel bestritt der Tabellenführer gestern in Hall. Trotz mäßiger Leistung schaute für die Rot-Schwarzen am Ende ein 1:0-Sieg heraus – für Hall-Trainer Akif Güclü steht eines fest: „So wird man Meister.“

Mit einer aufgrund vieler Ausfälle stark verjüngten Elf stemmten sich die Haller Löwen auf der heimischen Lend dem Rivalen aus der Landeshauptstadt entgegen. Die Gastgeber spielten engagiert, kombinierten auch gefällig – allein, wirkliche Gefahr konnte nicht erzeugt werden. Die Reichenau dagegen legte das Spiel auf dem ungeliebten Rasenuntergrund defensiv an. „Wir haben gewusst, dass sie uns kommen lassen wollten, aber wir haben aufgepasst, dass wir ihnen nicht ins offene Messer laufen“, hatte Reichenau-Trainer Gernot Glänzer seine Könnertruppe zu einer unüblich defensiven Spielanlage verdonnert. Mit Erfolg: Aus einer der wenigen Konterchancen entsprang das 1:0 durch Wirbelwind Fabian Kraxner (21.).

Die Führung spielte den Gästen in die Karten – Glänzers Truppe ließ die Haller kommen, um hinten gnadenlos alles abzuräumen. „Wir haben eigentlich ausgemacht, dass wir flach spielen wollen“, schmunzelte Güclü über die vielen hohen Bälle, die bei den langen Kerls in der Reichenauer Abwehr landeten. Auch nach der Pause schafften es Güclüs Löwen nicht, ihre Krallen auszufahren – es blieb beim 1:0 für die Reichen­au. „Nicht gut gespielt, trotzdem gewonnen. So wird man Meister“, klatschte der Haller Trainer Beifall. So weit wollte Gegenüber Glänzer nicht gehen, gab aber zu: „Das waren heute ganz wichtige Punkte.“

Auch, weil der einzig verbliebene Verfolger Telfs die Pflichtaufgabe gegen Schlusslicht Mayrhofen mit 5:2 erfolgreich absolvierte. „Nach der frühen Führung haben wir es verabsäumt, nachzulegen“, kommentierte Trainer Werner Rott das 1:1 zur Pause. Die Wende brachte die Einwechslung von Marcel Schreter. „Der Mann hat immer noch Klasse“, gab Mayr­hofens Trainer Reini Hofer anerkennend zu. Seine Zillertaler wollen weiter alles geben: „Ein paar Siege werden wir schon noch holen.“