Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 14.05.2018


34. Stadtlauf

Innsbrucker Stadtlauf: Die Sieger sprachen Kisuaheli

Der 34. Innsbrucker Stadtlauf stand im Zeichen der kenianischen Sieger. 1300 Teilnehmer aus 34 Nationen genossen die Bedingungen und machten die Veranstaltung im Herzen der Landeshauptstadt zum Sportfest.

© Vanessa Rachlé / TT



Von Florian Madl

Innsbruck — Viele Diskussionen ließ Jonah Kiplagat am Sonntag nicht aufkommen. Eine 10-km-Zeit im Rahmen eines Stadtlaufs, die unter 30 Minuten liegt, spricht für sich. Der Sieger des Innsbrucker Stadtlaufs, 31 Jahre alt, kommt aus der kenianischen Läufer-Hochburg Eldored im Norden des ostafrikanischen Landes. Kritisch blieb er trotz einer knappen Minute Vorsprung auf Landsmann Vincent Kimutai (2.): „Wind und hohe Temperaturen waren nicht optimal. Bei besseren Bedingungen wäre es noch schneller gegangen."

Sein weibliches Pendant: Caro Cherono, die im Anschluss wie ihre beiden Landsleute zum nächsten Rennen nach Italien aufbrach. „Mein erster Sieg heuer", freute sich die 36-Jährige. Stets an der Seite des Trios: Isolde Höfinger-Pattis, eine Innsbruckerin und Mitglied im Laufverein run2gether. Ehrenamtlich betreut die Tirolerin ihre schnellen Schützlinge, gewährte ihnen zuletzt für einige Tage bei sich zuhause Unterkunft und kümmerte sich um organisatorische Belange: „Wir wollen, dass das bei Läufen verdiente Geld auch wirklich bei den Sportlern landet. Die sollen von ihren Einkünften leben können." Eine unbezahlte Tätigkeit und in der Szene nicht an der Tagesordnung. Oftmals touren europäische Manager mit schnellen Afrikanern wöchentlich zu Veranstaltungen, um für überschaubare Gegenleistung großzügig am Preisgeld zu partizipieren. Etwas, das schon so manchen heimischen Veranstalter dazu veranlasste, auf Antrittsprämien zu verzichten.

Auch Dieter Hofmann, mit seinem Team von der Innsbrucker Turnerschaft Leiter der Stadtlauf-Organisation, begrüßt die Idee — die 250 Eur­o Siegerprämie händigt er gerne aus. „Ein rundum positives Projekt!" Das gilt auch für seine Veranstaltung, die am Sonntag zum 34. Mal stattfand. Dass ihn ein wenig die dürftige Beteiligung wurmt­e, darf durchaus als Ritterschlag verstanden werden: 1300 Teilnehmer aus 34 Nationen am Muttertag würden sich ander­e (nicht kommerzielle) Veranstaltungen wünschen. Und wer die Begeisterung erlebte, mit der sich die Teilnehmer im Anschluss der Renn­analyse widmeten, mit der sich die jüngsten Läufer nimmermüde in der „Bewegungsstraße" austobten, der konnte nur beipflichten.

Schnell wie sonst keiner: Jonah Kiplagat streifte für seinen Sieg 250 Euro ein, die Zeit (unter 30 Minuten) konnte sich angesichts nicht eben einfacher Bedingungen durchaus sehen lassen.
- Vanessa Rachle / TT
Vincent Kimutai (2.), Caro Cherono (Damen-Siegerin) und Jonah Kiplagat (1./v.l.) drückten dem 34. Innsbrucker Stadtlauf mit Topzeiten ihren Stempel auf.
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Ein Drittel aller Teilnehmer ist weiblich – kaum eine Veranstaltung kann so eine Quote vorweisen.
- Vanessa Rachle/TT
Nicht jeder war so leichtfüßig unterwegs wie die Schnellsten des Stadtlaufs, aber am Ende freuten sich alle über ihre Leistung.
- Vanessa Rachle / TT



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