Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 28.05.2018


Beachvolleyball

Feiern mit den Omas

Zum ersten Heimsieg feuerten gestern im Tivoli neben den Fans auch die zwei Großmütter Beachvolleyballer Martin Ermacora tatkräftig an.

© KristenLokalmatador Martin Ermacora (links) ließ mit Partner Moritz Pristauz beim „Finale dahoam“ dem Gegner (Xandi Huber) keine Chance.



Von Susann Frank

Innsbruck – Es war, als wollte die Sonne ein Zeichen setzen: Pünktlich zum Anpfiff des gestrigen Herren-Finales hatte der Regen im Tivoli-Freibad aufgehört und die entscheidende Beachvolleyball-Partie mit Lokalmatador Martin Ermacora und dessen Partner Moritz Pristauz wurde ins rechte Licht gerückt.

Der 24-Jährige aus Natters hatte sich genau das kurz vor der Partie gegen Alexander „Xandi“ Huber und Simon Baldauf gewünscht. Es war das richtige Wetter, um den begeisterten Zuschauern auf den voll besetzten Tribünen zu zeigen, warum er und Pristauz als Österreichs Zukunftsaktie gelten. Nach nur 31 Minuten hatte das Duo Routinier Huber und dessen Partner keine Chance gelassen und sie klar mit 2:0 (21:7, 21:13) besiegt.

„Das ist grandios“, freute sich Ermacora. Denn dieser Erfolg war für ihn etwas ganz Besonderes. Zum einen natürlich, weil die Familie anwesend war. Unter anderem feuerten ihn auch seine zwei Großmütter mit 80 bzw. 90 Jahren tatkräftig an. Zum anderen aber, weil es sein erster Sieg bei einem Heimturnier war. „Davon hatte ich immer geträumt“, sagte der ÖVV-Nationalteamspieler. Bisher blieb ihm das immer verwehrt. Und auch wenn das Duo auf Platz eins gesetzt war, war es erst der zweite A-Cup-Sieg, zu dem das mit 8000 Euro dotierte Turnier zählt.

Bei den Damen gewannen Anna Komarkova und Nicole Dostalova. Die Sieger-Paarung aus Tschechien hatte die Unterländerin Bianca Zass mit Partnerin Valerie Teufl am Einzug ins Semifinale gehindert. Zass landete als beste Tirolerin somit auf dem fünften Platz.

Ermacora hofft natürlich auf eine Fortsetzung des Turniers im nächsten Jahr. Partner Pristauz und er treten seit diesem Jahr für den veranstaltenden Verein „My Beach-Event“ an, der von Simon Varges und David Steinberger geleitet wird.

Warum er zu dem Verein gewechselt ist? „Weil die beiden ein gutes Konzept haben und Visionen. Wie, das Turnier in naher Zukunft am Bergisel abzuhalten“, sagte Ermacora. Da würde er auch gerne antreten. Gestern hieß es jedoch erst einmal mit der Familie den Sieg bei einem gemeinsamen Essen feiern.