Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 05.06.2018


Handball

Tirols „Weltauswahl“ ist gerüstet

Die Routiniers des HC Achensee fiebern dem EHF Masters in Innsbruck entgegen.

© Michael KristenLegendäres Tiroler Handball-Ensemble - Pooya Poostchi, Dragoljub Perovi­c (fällt verletzt aus), Valdis Labanovskis, Markus Ribis, Mindaugas Andriuska und Andrius Rackauskas (v.?l.).



Von Alex Gruber

Innsbruck, Schwaz – Bei der „halben Weltauswahl“ (O-Ton Thomas Lintner/Sportkoordinator Handball Tirol), die der HC Achensee in der Altersklasse 35+ ins Rennen schickt, verhält es sich offenbar wie beim Wein – je älter, desto besser. In jedem Fall zeigten die (G)Oldies um Spielertrainer Mindaugas Andriuska den hauseigenen Landesliga- und Bundesligateams in der Sporthalle Ost, „wo der Barthel den Most holt“.

Vom Tor (Clemens Oberladstätter) über den Aufbau (neben „Minde“ noch Pooya Poostchi oder Andrius Rackauskas), den Flügel (Tom Wagner) bis hin zum Kreis (Markus Ribis) ist die Tiroler Auswahl mit heimischen Kräften und Ex-Legionären bestens aufgestellt. Zudem soll noch die griechische Wunderwaffe Spyros Balomenos am Mittwoch im Aufgebot landen, andere wie Manuel Gierlinger oder Wolfgang Rainalter bereichern den Kader. Bitter nur, dass sich Dragoljub Perovic schwer am Daumen verletzte.

Heiß am Kreis - Markus Ribis holt wieder zum Wurf aus.
- Michael Kristen

„Bei uns sind alle noch gut im Saft. Und es tut gut, nach langen Jahren wieder zusammen in der Halle zu stehen“, führt Ribis (39) am Kreis voller Tatendrang aus. Die gemeinsamen Trainingseinheiten und Testspielerfolge haben offenbar bis in die Haarspitzen motiviert.

Dass die Rettungskette beim EHF Masters der „älteren“ Herren (weitere Klassen 45+ und 50+) sowie bei den Damen (33+ und 43+) das Wichtigste sei, blendet Ribis aus: „Wir sind gut vorbereite­t, da machen wir uns keine Sorgen“, sagt Ribis, der als Geologe auch in beruflicher Hinsicht viel im Gelände unterwegs ist. Und außerdem hat man mit Poostchi einen begnadeten Physiotherapeuten und Energetiker in den eigenen Reihen: „Ich hoffe, sie haben mich nicht nur deswegen verpflichtet“, grinst der Glatzkopf. Das erste Match gegen die „All Veterans“ aus Kroatien und Slowenien kann am Donnerstag (10 Uhr/Innsbrucker Olympia­halle) kommen.

Die ein oder andere Absage aus Tiroler Kreisen kann Lintner indes absolut verstehen: „Handball in diesem Alter ist ja nicht wie ein lockerer Ausdauerlauf. Beim Turnier wird wohl einiges an schweren Verletzungen passieren.“ Tirols PräsidentThomas Czermin ergänzt: „Das ist kein Altherrensport.“ Obwohl er beim internationalen Masters natürlich exakt so ausgerufen ist.

Ein Tiroler Damenteam kam nicht zustande. Dabei hätte Ex-Handballerin und Landeshauptmann-Stellvertreterin Ingrid Felipe angemerkt, dass sie gerne mitwirken würde.