Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 11.06.2018


Fußball-Akademie

Das stimmige Ende einer Ära

Langzeit-Trainer Stefan Landauer tritt künftig kürzer, bleibt der Tiroler Fußball-Akademie – im Gegensatz zum Sportlichen Leiter Helmut Lorenz – aber erhalten.

© Facebook/Landauer



Von Daniel Lenninger

Innsbruck – Es war Mitte Februar, als Stefan Landauer auf seinem Facebook-Profil ein Bild einer Taktiktafel mit den Namen von 31 ehemaligen Spielern postete. Obwohl ein System dabei – für einen Trainer seiner Referenzen eigentlich untypisch – nicht zu erkennen war, hatte alles seine Berechtigung: Es diente als Start einer Abschiedstournee. Mit dem abschließenden Saisonspiel seiner U16-Mannschaft pfiff der Schiedsrichter am Freitag seine neunjährige Ära als Akademie-Cheftrainer ab. „Es war eine sehr intensive Zeit“, reflektiert der hauptberufliche Sozialarbeiter und zieht sich – auch berufsbedingt – „mit einem weinenden und einem lachenden Auge“ in seine neue Funktion als Co-Trainer des U18-Teams zurück. Damit beerbt er Michael Schober, der neuer U15-Coach wird.

Die Highlights von Landauers Amtszeit lassen sich auf verschiedenen Ebenen orten: Neben der Entwicklung von ehemaligen Schützlingen wie Alessandro Schöpf (Schalke) und Lukas Hinterseer (Bochum) streicht der 47-Jährige Rang drei in der ÖFB-Jugendliga mit seinem 2000er-Jahrgang vor zwei Jahren hervor. Und auch seine letzte Mannschaft habe ihm als zweitbestes Rückrundenteam noch einmal eine große Freude bereitet: „Ein sehr stimmiger Schlusspunkt.“

Der Akademie den Rücken kehrt der Sportliche Leiter Helmut Lorenz, der das Traineramt bei Landesligist SV Oberperfuss übernimmt. Analog zur U16 steht auch für die U18 ein achter Tabellenplatz zu Buche. Unter Trainer Andreas Spielmann schaffte Rene Hellermann im Winter den Sprung zum FC Liefering, Felix Bacher und Marco Hofer feierten ihr Debüt in der Jugendnationalmannschaft.

Viel Lehrgeld mussten die jüngsten Akademie-Kicker bei der U15 bezahlen, die als Tabellenvorletzter magere 15 Punkte holte. „Alles in allem haben wir aber Schritte nach vorne gemacht“, relativiert Coach Samuel Glatz und zieht Erfolge wie den Sieg beim ARGE-Alp-Turnier in seine Analyse mit ein. Auch das Verletzungspech (Justin Forst, Elija Dornauer, Kubilay Özer, Felix Ebner) sei nicht förderlich gewesen: „Für die kommende Saison bin ich aber optimistisch.“

U15-Coach Samuel Glatz.
- Michael Kristen