Letztes Update am Di, 12.06.2018 10:11

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Volleyball

Das freiwillige Ende der Tiroler Volleyball-Rivalität

TI-Obmann Michael Falkner geht vorläufig in die zweite Liga, VCT-Obfrau Therese Achammer fordert nun eine Reaktion der Politik.

© gepaKommende Saison steigen nur noch die VCT-Damen in der Bundesliga zum Block hoch.



Von Sabine Hochschwarzer und Daniel Suckert

Innsbruck – „Am Ende hat die Vernunft gesiegt“, erklärt TI-Obmann Michael Falkner mit einem schwermütigen Blick, um jedoch nur wenige Augenblicke später kämpferisch anzukündigen: „Ich will so schnell wie möglich den Wiederaufstieg schaffen.“

Der Tiroler Damen-Volleyballsport in der ersten Bundesliga wird kommende Saison nicht mehr der sein, der er war. Denn mit der TI verabschiedet sich nach 21 Jahren nun einer der beiden Innsbrucker Klubs freiwillig in die zweite Liga. Und das, obwohl man den Abstieg sportlich verhindert hatte.

Doch Falkner sah sich Jahr für Jahr mit Abgängen konfrontiert, die er irgendwann nicht mehr kompensieren konnte und auch wollte. Falkner: „Die Damen studieren, machen Auslandssemester und bekommen nicht mehr alles unter einen Hut. Ich will aber keine Legionärinnen holen – das entspricht nicht unserer Club-Philosophie!“

Die traditionellen Lokal-Derbys zwischen VC Tirol und TI, Publikumsmagnet im Damenvolleyball, sind damit Geschichte. Das bedauert selbst Erzrivale VC Tirol. „Super ist der Ausstieg nicht. Es tut mir irgendwie leid, vor allem um unsere tollen Stadtduelle ist es echt schade“, verspürt VCT-Obfrau Therese Achammer trotz aller Auseinandersetzungen Mitleid.

Falkners Politik der letzten drei Jahre würde sich nun rächen, sagt Achammer, die schon auch auf routinierte Legionärinnen setzt. Sich in der ersten Bundesliga zu halten, sei eben nicht einfach. Deshalb fordert Achammer nun eine Reaktion von Stadt und Land: „Es war der Wunsch der Politik, dass wir mit der TI fusionieren. Jetzt gibt es nur noch ein Team in der ersten Liga.“ Sie hätte stets auf Eigenständigkeit gepocht: „Jetzt sieht man, dass sich diese bewährt.“ VCT und TI würden eben anders ticken. Achammer fordert deshalb auch mehr Geld: „Sonst wird es schwer, unsere jungen Talente halten zu können.“

Während Falkner seine TI zurück in die Spur bringen will, sondiert der VCT für die nächste Saison. Eine Ex-TI-Dame werde aber eher nicht unter den Neuen der Gelb-Blauen um Trainer Michael Jensen auftauchen. Achammer: „Brauchen wir nicht. Wir haben unsere Spielerinnen.“