Letztes Update am Mi, 13.06.2018 09:01

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Sport in Tirol

Crankworx 2018: „Wir brauchen verrückte Köpfe“

Das Bike-Festival Crankworx steht von heute bis Sonntag vor seiner zweiten Auflage. 18.500 Zuschauer zählte man im Vorjahr, Stadt und Innsbruck Tourismus erhoffen sich durch das Event einen Rad-Boom.

© CrankworxFreuen sich auf die zweite Crankworx-Auflage: Slopestyle-Profi Brett Rheeder, BM Georg Willi, Innsbruck-Tourismus-Direktorin Karin Seiler-Lall, Crankworx-Geschäftsführer Darren Kinnaird, OK-Chef Georg Spazier und die viermalige Siegerin Jill Kintner.



Von Benjamin Kiechl

Innsbruck – „Was ist das?“, fragte die viermalige Crankworx-Siegerin Jill Kintner und blickte ratlos in die Runde. Es soll der US-Amerikanerin niemand verübeln, dass sie vom „Air + Style“ in Innsbruck noch nie etwas gehört hat. Anderen geht es bei „Crankworx“ wohl ebenso.

Das Bike-Festival, das die Sommer-Alternative zum Snowboard-Event werden soll, lädt von heute bis Sonntag zur zweiten Auflage (Programm siehe Factbox). Gefahren wird im Bikepark Mutters und in Götzens.

Innsbrucks Bürgermeister Georg Willi freute sich auf die Bike-Show. „Hut ab vor den Ridern! Wir brauchen verrückte Köpfe“, sagte das neue Stadtoberhaupt und meinte das im besten Sinne des Wortes. Man wolle Innsbruck mit jungen Sportarten beleben. „Ich hoffe, dass der Funke auf die Bevölkerung überspringt und wir tolle Tage erleben.“ Die Vision sei, Innsbruck zur Bike-City auszubauen. Crankworx sei neben der Straßenrad-WM ein Teil davon.

Bei der Crankworx-Premiere in Innsbruck kamen im Vorjahr zwei Fahrer zu Sturz und mussten in die Klinik geflogen werden. „Die Sicherheit der Fahrer hat Priorität, Verletzungen sind aber Teil dieses Sports“, erklärte Crankworx-Boss Kinnaird.
- Michael Kristen

„Die Stimmung ist sehr gut, die Strecken sind in perfektem Zustand“, erklärte Organisator Georg Spazier. Der Geschäftsführer der Veranstalterfirma Innsbruck Tirol-Sports betonte, nach der „Feuertaufe“ im Vorjahr Verbesserungen umgesetzt zu haben. „Kinderkrankheiten“ wie mangelnde Beschilderung bei der Premiere im Vorjahr seien beseitigt worden. 150 Freiwillige sollen bei der Orientierung helfen, der Gratis-Shuttlebus vom Hauptbahnhof nach Mutters fahre nun im 30-Minuten-Takt und weiter hinauf.

„Es kann losgehen“, erklärte Darren Kinnaird, Geschäftsführer von Crankworx, und freut sich auf spektakuläre Wettkämpfe in Tirol. Seine Frau und der sechsjährige Sohn seien begeistert. „Die Downhill-Strecke auf der Muttereralm gefällt ihm besonders!“ Neben dem Crankworx-Geburtsort Whistler, wo jährlich rund 130.000 Zuschauer dabei sein sollen, finden zwei weitere Bewerbe der Serie im neuseeländischen Rotorua und im französischen Les Gets statt. Innsbruck hat sich als Bewerber im deutschsprachigen Raum durchgesetzt. „Wir sind gerne hier. Innsbruck hat eine große Sportgeschichte und passt perfekt in unser Konzept“, meinte Kinnaird.

Der Slopestyle-Bewerb, das Befahren eines Hindernisparcours vor den Augen von Kampfrichtern, stellt am Samstag den Höhepunkt dar (live auf Red Bull TV). Ausgerechnet dafür hat sich kein Österreicher qualifiziert, die Stars kommen aus Amerika.

Sprung-Spektakel zum Auftakt: Beim Alpine Whip-off geht es heute (17.30 Uhr) am Speichersee bei der Muttereralm rund. Ziel ist es, sich mit dem Bike über die riesigen Sprünge so quer wie möglich zur Fahrtrichtung zu stellen.
- Julia Hammerle

Das Feedback der Athleten sei im Vorjahr hervorragend ausgefallen, der Kanadier Brett Rheeder (25) möchte am liebsten einen Teil der Slopestyle-Strecke in seinem Garten nachbauen. „Da brauche ich mit dem Bagger aber viel Diesel“, meinte der X-Games-Sieger von 2013 augenzwinkernd.

Die Euphorie bei der Crankworx-Premiere in Innsbruck wurde von zwei Stürzen gedämpft, zwei Athleten mussten mit dem Helikopter vom Speicherteich nahe der Muttereralm abtransportiert werden. „Ich denke, dass es beiden wieder gut geht, ich müsste nachfragen“, erklärte Crankworx-Boss Kinnaird. Lieber spricht er über sein­e Visionen: Man solle den Bikepark in Mutters

Götzens weiter ausbauen. Das Motto „Größer, höher, weiter“ haben Crankworx und das Winter-Pendant „Air + Style“ jedenfalls gemeinsam.

Bike-Festival Crankworx - Programm

Zeitplan: heute: Alpine Whip-off (17.30 Uhr/Speichersee Mutterer­alm). Morgen: Pump Track Challenge (20 Uhr/Talstation Muttereralmbahn); Freitag: Dual Speed & Style (17.30 Uhr/Mutters); Samstag: Slopestyle (15.30 Uhr/Mutters); Sonntag: Downhill (15.30 Uhr/Götzens).

Anreise:

nur begrenzte Zahl an Parkplätzen in Mutters und Götzens vorhanden. Es wird empfohlen, mit dem Rad, Öffis oder dem Gratis-Shuttlebus (13 bis 17 Uhr) vom Innsbruck Hbf anzureisen.

Tickets:

Im Innsbruck Shop erhältlich, Crankworx-Festivalticket 15 Euro, Eintritt bis 12 Jahre frei.