Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 18.06.2018


Beachvolleyball

Ermacoras bittere Lehrstunde

© gepaBeachvolleyballer Martin Ermacora konnte gestern die Niederlagen nicht abwehren und musste sich damit auseinandersetzen.



„Gib' mir bitte eine Viertelstunde", bat Martin Ermacora gestern den Anrufer. Tirols Beachvolleyball-Hoffnung benötigte Zeit, um die Niederlagen zu verdauen. Ausgerechnet am Finaltag des World-Tour-Turniers in Baden waren der Natterer und sein Partner Moritz Pristauz nicht in der Lage, ihre beste Leistung abzurufen. Das Duo verlor sowohl das Halbfinale mit 0:2 (15, 11) gegen Winter/Hörl als auch das Spiel um Platz drei gegen die Norweger Mol/Huus (14, 19).

Dabei hatten sie die Österreicher beim Turniersieg in Innsbruck Anfang Juni noch klar geschlagen. „Die Enttäuschung ist echt groß. Vor allem, weil wir ohne Satzverlust ins Semifinale eingezogen sind", erklärte Ermacora 15 Minuten später, als der Frust nicht mehr ganz so tief steckte. Der 24-Jährige war allerdings nicht in der Lage, dem Finale am vollbesetzten und stimmungsvollen Center Court zu folgen, das die Vizeweltmeister Doppler/Horst gewannen. „Ich bin nicht gut im Umgang mit Enttäuschungen. Das muss ich noch lernen", gestand Ermacora.

Er weiß: Das würde nötig sein, um beim nächsten Turnier wieder voll angreifen zu können. Schließlich geht es schon morgen weiter. Nach dem gut besetzten 1*-World-Tour-Turnier folgt in Tschechien das 4*-Turnier mit vielen Weltklasse-Spielern. Wollen der Tiroler und Pristauz in die Hauptrunde einziehen, müssen sie die schwierige Qualifikation überstehen. „Mein Trainer hat schon gesagt, dass ich die Niederlage auf einen Zettel schreiben und in den Rucksack stecken soll", sagte Ermacora. Ein Vorsatz, um beim nächsten Mal nicht wieder eine Beruhigungsviertelstunde zu brauchen. (su)