Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 27.06.2018


Rad-WM

Land und Stadt gewähren WM einen Blanko-Scheck

Um bei der Rad-WM in Tirol finanzielle Sicherheit zu haben, fließt von öffentlicher Hand ein Liquiditätsvorschuss über drei Millionen Euro.

© Innsbruck TourismusFinanzielle Sicherheit: Dunkle Wolken sollen bei der Tiroler Rad-WM keine auftauchen.



Von Mario Zenhäusern und Florian Madl

Innsbruck – Das Budget der anstehenden Straßenrad-Weltmeisterschaft in Tirol (22.–30. September) bot zuletzt mehrmals Anlass für Diskussionen. Bald könnte der Etat von 13 Millionen Euro jedoch ausfinanziert sein, einige Großsponsoren sollen demnächst präsentiert, außerdem im Vorfeld der WM zusätzlich Ticketeinnahmen lukriert werden.

Um mögliche Engpässe in der Vorbereitung der Veranstaltung zu verhindern, gewährte das Land gestern im Rahmen eines Regierungsbeschlusses zudem einen Liquiditätsvorschuss „zur Bedeckung der laufenden Ausgaben“ in Höhe von drei Millionen Euro.

„Es geht darum, die Vorbereitungen nicht zu beeinträchtigen“, erklärte Sport­referent Josef Geisler den Schritt. Der Betrag werde monatlich in Höhe des nachzuweisenden Bedarfs, längstens bis zum Vorliegen der Endabrechnung der Rad-WM, gewährt. Sollte im Zuge der Endabrechnung ein finanzielles Loch auftauchen, könne die Innsbruck-Tirol Rad-WM-GmbH im veranschlagten Rahmen mit Geld rechnen. Die Aufteilung erfolgt im genannten Fall im Verhältnis 60 (Land) : 40 (Stadt).

Vor allem der Faktor Sicherheit könnte den Kostenrahmen sprengen. „Wir nehmen das Thema sehr ernst“, hielt Landesrat Geisler fest. Im gleichen Atemzug verwies der Zillertaler bei den WM-Zuschüssen auf „gut investiertes Geld“. „Wenn man bedenkt, dass 100 Fernseh-Stationen akkreditiert sind und dazu etliche Journalisten, dann zahlt sich das sicher aus.“

Vor allem die im vergangenen Jahr in Norwegen ausgetragene Straßenrad-WM hatte im Vorfeld der Tiroler Großveranstaltung 2018 skeptisch gestimmt. Das von den Skandinaviern veranschlagte WM-Budget von 16,5 Millionen Euro explodierte aufgrund erhöhter Sicherheitsmaßnahmen und dem Ausbleiben kalkulierter Einnahmen.