Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 28.06.2018


Pferdesport

Mit Leibwächtern zum Turnier bei Freunden

Neben Dressurkönigin Isabell Werth scheuten auch Prinzessinnen keine Anreisestrapazen und fühlen sich am Schindlhof auch rundum wohl.

© SartiElitärer Kreis am Schindlhof von Klaus und Evelyn Haim-Swarovski: Prinzessin Thailands Sirivannavari Mahidol (M.).



Von Susann Frank

Fritzens – Der Anruf kam von weit her und sehr frühzeitig: Kurz nach Weihnachten klingelte bei Klaus und Evelyn Haim-Swarovski das Telefon, am Display leuchtete eine thailändische Telefonnummer auf. Es meldete sich der Botschafter des Landes, der den Veranstaltern des internationalen Dressurturniers mitteilte, dass die thailändische Prinzessin wieder beim Turnier am Schindlhof Ende Juni mitreiten möchte.

Nathalie zu Sayn-Wittgenstein (DEN).
- Schreiner

Deswegen wird auch heute ein Limousinenkonvoi am Gestüt in Fritzens einfahren, dem Leibwächter, Abgesandte und natürlich „Her Royal Highness“ Princess Sirivannavari Mahidol persönlich entsteigt. Sie ist jedoch nicht die einzige adlige Teilnehmerin. Auch Prinzessin Na­thalie zu Sayn-Wittgenstein, Nichte der dänischen Königin Margrethe II., hat für das 24. Manfred & Hilde Swarovski Gedächtnisturnier genannt.

Den elitären Kreis erweitert Dressurkönigin Isabell Werth. Die Weltranglisten-Erste ist am Schindlhof ebenso am Start wie ihre deutsche Landsfrau und Dauer-Konkurrentin Dorothee Schneider. Mit Lisa Müller, der Frau von Deutschlands Fußball-Star Thomas Müller, erhält das Vier-Sterne-Turnier noch einen weiteren Glamour-Stern.

Dressurkönigin Isabell Werth.
- Schreiner

Warum sie alle bei dem hochklassigen, aber doch vom Preisgeld eher bescheidenen Turnier am Schindlhof antreten? „Weil es ein Turnier für Freunde ist. Hier trifft man sich, unterhält sich und verbringt gemütliche Abende“, beantwortet Gastgeberin Haim-Swarovski ohne Zögern die Frage.

Die sechsfache Olympiasiegerin Werth, die das Ereignis fest in ihrem vollen Turnierkalender eingebucht hat, bestätigt: „Hier zu reiten ist etwas Besonderes. Hier hat man das Rundum-Sorglospaket“, schwärmt die siebenfache Weltmeisterin, die dieses Gefühl schon seit Dienstag in Fritzens genießt. Alles sei perfekt: die Stallungen, die Reitböden und natürlich auch die Natur mit dem wunderbaren Bergpanorama. Ihre Aussage unterstreicht, dass sie Wallach Emilio, eines der herausragendsten Pferde dieser Zeit, im Alpen-Viereck bei der Musik-Kür tanzen lassen wird.

Das Turnier im beschaulichen Tirol hat es längst geschafft, weltweit eine Sonderstellung einzunehmen. Für die große und schwere Tour, den Grand Prix, sind 57 Pferde mit Reitern aus 16 Nationen genannt. Beides Rekord. Um das Ambiente, das Flair und den sportlichen Wettkampf am Schindlhof genießen zu können, ist ihnen keine Anreise zu weit, so kommen Reiter aus dem weit entfernten Australien, den Bermuda-Inseln, Chinese Taipei, Japan und Palästina .

„Und wir freuen uns auf alle, weil es kaum eingebildete Menschen im Reitsport gibt, weil Pferde feinfühlige Lebewesen sind und sie die Menschen formen“, sagt Evelyn Haim-Swarovski. Sie selbst sattelt erstmals in ihrer Turniergeschichte zwei Pferde und freut sich auf das Antreten im Kreis der Freunde.