Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 02.07.2018


Football

„Das ist der größte Erfolg in der Geschichte des Vereins“

Die Raiders sind wieder an der Spitze Europas angekommen: Im Superfinale gegen die Copenhagen Towers gewannen die Tiroler 45:20.

© Mikkel Bo RasmussenEin denkwürdiger Abend: Raiders-Präsidentin Elisabeth Swarovski und die Superfinal-Trophäe inmitten der schwarzweißen Jubeltraube.



Von Alois Moser

Kopenhagen – Auch für die Titelhamster der Swarco Raiders Tirol gibt es immer noch Neuland zu betreten: Der 45:20-Sieg bei den Copenhagen Towers bescherte den Tirolern am Samstag den Sieg im ersten Superfinale in der Geschichte des europäischen American Football.

Dabei war die lange Anreise (17 Stunden per Zug und Fähre) in die dänische Hauptstadt durchaus beschwerlich gewesen. Doch rechtzeitig zum Kickoff im Gentofte-Stadion präsentierten sich die Raiders dann richtig ausgeschlafen: Sowohl Defensive als auch Offensive zeigten sich hochkonzentriert. Schon der erste Angriff endete in einem Touchdown durch Quarterback Sean Shelton, der im zweiten Viertel gleich den zweiten Lauf in die Endzone nachlegte. In der Folge machten sich die Gäste aus Tirol mit einigen Strafen das Leben selber unnötig schwer, die Gastgeber indes punkteten zum ersten Mal.

Mit 17:7 für die Raiders ging es in die Halbzeitpause – aus der vor allem Patrick Donahue wie aufgedreht herauskam: zwei Touchdowns, der zweite davon nach einem Lauf über 90 Yards. Kopenhagen verkürzte auf 13:31, die Two-Point-Conversion fing wiederum Wide Receiver Donahue ab und lief erneut in die gegnerische Endzone – doch eine Strafe verhinderte schon zum zweiten Mal im Spiel einen Raiders-Touchdown.

Aber auch die Defensive war auf ihrem Posten und ermöglichte der Offensive erneute Angriffszüge. Sandro Platzgummer und erneut Donahue erliefen zwei weitere Touchdowns für die Raiders. Die Messe war gelesen, der letzte Lauf der Gastgeber zum 20:45-Endstand nur noch Ergebniskorrektur.

Am Ende war bei den Raiders der Jubel über den historischen Triumph im ersten europäischen Superfinale riesengroß. „Das ist der größte Erfolg in der Geschichte des Vereins“, stellte Headcoach Shuan Fatah den Triumph sogar über die drei Eurobowlsiege der Raiders. Den Erfolg widmete der 49-Jährige dem kürzlich verstorbenen Manfred Swarovski: „Das haben wir ihm versprochen. Wir sind stolz, dass wir den ersten Sieg im Superfinale nach Innsbruck geholt haben.“

Zum wertvollsten Spieler des Spiels wurde Offensiv-Allzweckwaffe Sandro Platzgummer gekürt: „Das ist etwas ganz Besonderes. Mit diesem Sieg wird die lange Heimreise gleich viel leichter.“