Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 04.07.2018


Inlineskaten

Weltmeisterin Herzog: „Das ist das Größte für mich“

Nach Österreichs erstem WM-Gold im Inlineskaten will Vanessa Herzog mehr.

© HerzogNicht nur körperlich überragend: Die Innsbruckerin Vanessa Herzog verwies die Chilenin Javiera Vargas (l.) und Geiny Pájaro (COL) auf die WM-Plätze zwei und drei.



Von Roman Stelzl

Heerde – Von Kindesbeinen an läuft bei Vanessa Herzog sportlich alles wie am Schnürchen. Nicht nur das: Es rollt auch wie am Schnürchen. Tirols Eisschnelllauf-Prinzessin und Vorzeige-Inline­skaterin steigerte sich parallel zur Eiszeit auch auf den sommerlichen Rollen auf Beton Jahr für Jahr. Und dort verwirklichte Herzog am Montag einen Traum.

„Das ist das Größte für mich. Mehr kann ich im Inlineskaten nicht erreichen“, fasste Herzog ihren WM-Triumph in Worte. Gold bei der Weltmeisterschaft in Heerde (NED) – das kam überraschend. Zumal der Erfolg nicht in den geliebten Straßenbewerben, sondern auf der ungewohnten Bahn eingefahren wurde. Ein verfrühter Jubel. Und damit ein umso größerer.

„Nach dem verpatzten Vorlauf war ich froh, dass alles so gut gelaufen ist. Vor allem auf der Bahn“, ergänzte die 22-jährige Inns­bruckerin, die vor wenigen Tagen bei ihrer WM-Premiere Bronze über 1000 Meter geholt hatte.

Richtig gut sollte es ja erst bei den Straßenbewerben werden. Dort ist Österreichs erste Inlineskate-Weltmeisterin zuhause. Dort fühlt sie sich wohl. Zwei Starts (One-Lap-Bewerb morgen, 500 Meter am Samstag) hat die Athletin des SC Lattella Wörgl noch vor sich. Und dort auch zweimal Gold? „Davon kann ich nur träumen! Ich bin mit dem Ziel hierher gekommen, eine Medaille zu holen, von mir aus könnte ich jetzt heimfahren“, lacht Herzog. „Ich habe zwei Medaillen, eine davon in Gold. Alles, was jetzt noch kommt, ist Draufgabe.“

Was sie im Duell Schulter an Schulter kann, bewies die acht­fache Inlineskating- und ein­malige Eisschnelllauf-Europameisterin schon auf der Bahn. In einem harten Kampf mit der Kolumbianerin Geiny Pájaro zeigte die 1,75 Meter große Tirolerin wortwörtlich Größ­e und setzte sich gegen die kleinere Athletin durch.

Überragend soll auch der Rest der WM sein. Damit für jede der vier Rollen eine WM-Medaille bleibt – und das als verspätetes Geschenk zum heutigen Geburtstag.