Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 05.07.2018


Grasski

Angerer kommt auf Gras immer besser ins Rollen

Tirols Grasski-Ass Hannes Angerer gibt weiter Gas. Das wurde im tschechischen Predklasteri mit dem ersten Sieg im Riesentorlauf belohnt.

© AngererDer Schwung sitzt seit Jahren - Tirols Grasski-Ass Hannes Angerer.



Von Alois Moser

Innsbruck – „Zu lange“ hab­e er darauf warten müssen, seufzt Tirols Grasski-Ass Hannes Angerer. Am vergangenen Wochenende war es dann in Tschechien aber endlich so weit: Der Innsbrucker feierte im Riesentorlauf seinen ersten Weltcupsieg.

Dabei war der 23-Jährige nach dem ersten Lauf noch hinten gelegen: „Doch dann habe ich den Spieß umgedreht.“ Dabei habe er zuerst gar nicht mitgekriegt, welche Zeit er gefahren sei: „Ich habe den Lautsprecher nicht verstanden.“ Erst auf Zuruf realisierte der Tiroler dann, dass es schließlich doch mit dem langersehnten ersten Erfolg im Weltcup geklappt hatte. „Ich habe mir nur gedacht: Endlich!“, macht der gelernte Einzelhandelskaufmann aus seinem Herzen keine Mördergrube: „Ehrlich gesagt, hätte das schon im letzten Jahr passieren sollen, ich war schon oft ganz knapp dran.“ So auch wieder im Slalom am darauffolgenden Sonntag: „Da war ich nach dem ersten Lauf noch ex aequo Erster, im Ziel war ich dann um ganze zwei Hundertstel Zweiter.“

Die einzelnen Disziplinenwertungen hat Angerer nicht genau im Blick („Ich bin überall vorne dabei“), dafür den Gesamtweltcup: „Ich richte meinen Blick lieber darauf, und im Hinterkopf fährt dieser Gedanke immer mit.“ Bei den Grasskifahrern geht die Saison bis Mitte September: „Für mich ist noch alles drin, aber jetzt muss ich die letzten Ergebnisse bestätigen.“

Derzeit ist der Innsbrucker, der den alpinen Damen-Nachwuchs mitbetreut, mit seinen Schützlingen auf Trainingslager. Als Servicemann der Wintersportlerinnen hat der 23-Jährige dabei im Sommer auch einmal frei: „Wir gehen derweil gemütlich in die Therme.“ Für einen Sommerskifahrer wie ihn sei die Arbeit mit den Winterskifahrerinnen „zeitlich optimal“. Ende des Monats (28./29.) geht es für Angerer dann in Montecampione (ITA) als Aktiver wieder ans Eingemachte: „Das wird richtungsweisend. Wenn es da nicht klappt, ist der Gesamtweltcup Geschichte.“