Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 10.07.2018


Leichtathletik

Aus dem Leistungstal zurück zur Junioren-WM

Die Tiroler Leichtathleten Andrea Obetzhofer und Riccardo Klotz arbeiteten sich nach schwierigen Jahren zurück ins Rampenlicht.

© gepaMit dem Goldenen Dachl im Rücken: Riccardo Klotz springt morgen bei der U20-WM in Tampere.



Innsbruck – Sie sind wieder zurück im internationalen Stadion – die Tiroler Leichtathleten Andrea Obetzhofer und Riccardo Klotz starten bei den heute beginnenden U20-Weltmeisterschaften in Tampere (FIN). Beide hatten 2015 schon aufgezeigt: Obetzhofer als Siebenkampf-Fünfte bei der U18-WM, Klotz als Stabhochsprung-Dritter der EYOF Games. Danach war es um die Zillertalerin ruhiger geworden. Immer wieder hatten Verletzungen die heute 19-Jährige zurückgeworfen. Der Scharnitzer Klotz vermochte sich ebenfalls nur schwer zu steigern.

Zuletzt kehrten aber beide – nahezu zeitgleich – aus ihren „Tälern“ zurück und qualifizierten sich für die U20-WM. Ein erster Erfolg. „Die Vorbereitung verlief sehr gut und zum Glück verletzungsfrei. Meine Form konnte ich in den letzten Wochen durch intensive Trainingseinheiten optimieren“, sagt Obetzhofer selbstbewusst. Ziel sei eine Top-Ten-Platzierung und persönliche Bestleistungen in den sieben Disziplinen.

Klotz benennt sein Ziel weniger konkret: „Die Junioren-WM ist für mich eher ein Zucker­l.“ Nach der Hallensaison hätte er schon mit dem Springen aufhören wollen. Mentale Probleme machten Klotz immer wieder schwer zu schaffen. Dann ging plötzlich der Knopf auf: Dem Philosophie-Wechsel folgte eine Leistungsexplosion. Innerhalb weniger Wochen schraubte Klotz seine Bestleistung von 4,95 auf 5,31 m. Druck will sich der Stabhochspringer bei seinem WM-Start morgen aber nicht machen: „Ich genieße einfach die Zeit und versuche, so viel Spaß wie möglich zu haben.“

Die Konkurrenz in der westfinnischen Stadt ist groß. 1400 Athleten aus 160 Nationen kämpfen um Medaillen. Obetzhofer legt ab Donnerstag los, gemeinsam mit Sara­h Lagger, Österreichs größter Hoffnung. Die Kärntnerin hatte schon 2016 U20-WM-Gold geholt und seitdem ihre Bestleistung von 5960 auf 6156 Punkte erhöht. (sab)