Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 19.07.2018


Radsport

Federspiel will in Zukunft auf schmale Reifen setzen

Rennrad statt Mountainbike: Der Imster Doppel-Weltmeister Daniel Federspiel steht vor einem Wechsel ins Profigeschäft auf der Straße.

© FederspielIm kommenden Jahr könnte der 31-jährige Imster Daniel Federspiel am Straßenrennrad am Weg sein.Foto: Federspiel



Von Roman Stelzl

Imst — „Jetzt habe ich es drauf" — die Stimme von Daniel Federspiel strotzt vor Selbstbewusstsein, als sich der Tiroler Mountainbike-Weltmeister an das Pro Ötztaler 5500 zurückerinnert. Damals im August des Vorjahres gab es für Federspiel in seinem ersten Profi-Eintagesrennen auf dem Straßenrad noch ein böses Erwachen: Der 31-jährige Imster wollte groß aufzeigen, musste aber bereits im Kühtai am ersten Pass das Rad abstellen, weil er die Karenzzeit verpasste. Eine bittere Watschen. Und eine gute Lektion.

Seit der Premiere sind elf Monate vergangen — und die hatten es beim zweifachen Eliminator-Weltmeister in sich: Federspiel verlor sieben Kilogramm, fokussierte sich mehr und mehr auf das Rennrad. Er holte den Tiroler Meistertitel auf der Straße, ließ als Motivationsspritze als Elfter bei der Bundesliga in Nenzing sogar Ex-Ö-Tour-Sieger Riccardo Zoidl hinter sich, fuhr erstmals die Oberösterreich-Rundfahrt (22.).

Und nun? „Jetzt fahre ich die Zeiten der besten Fahrer beim Ötztaler Profi-Rennen. Und ich kann auch mit den besten Sprintern wie Filippo Fortin mithalten", ist sich Federspiel sicher.

Und weil es derzeit so gut klappt, könnte der hauptberufliche Hausmeister das Mountainbike, mit dem er im Eliminator seine größten Erfolge feierte, nach diesem Jahr endgültig in die Ecke stellen.

Die Zeichen stehen auf Wechsel

„Es sieht momentan stark danach aus, dass ich wechsle. Ich möchte das noch einmal probieren, auch wenn ich weiß, dass ich kein großer Bergfahrer mehr werde", ergänzt der Sprint-Gesamtweltcupsieger.

Und die Wechsel-Ambitionen haben auch bereits eine gute Basis: Federspiel steht mit drei heimischen Pro-Continental-Teams (höchste Klasse in Österreich) in Kontakt — für das Jahr 2019 soll schon bald die Unterschrift folgen. Federspiel: „Ich musste nicht aktiv werden, die Teams sind nach der Oberösterreich-Rundfahrt auf mich zugekommen. Eine große Ehre — und eine Chance, die ich ergreifen will, wenn alles passt."

Vorher soll aber im Mountainbike-Eliminator, Federspiels große Passion, die Trophäen-Sammlung ausgebaut werden. Bereits morgen jagt das nach körperlichen Problemen wieder fitte Kraftpaket als Top-Favorit in Dornbirn den österreichischen Meistertitel. Und die Woche darauf wartet dann ein ganz spezieller Höhepunkt: die Heim-EM in der Grazer Innenstadt (26.7.). „Mein Ziel ist Gold", stellt Österreichs Radsportler des Jahres 2016 klar. Es soll der perfekte Abschluss sein. Und reichlich Motivation für eine neue Karriere.