Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 23.07.2018


Regionalliga West

Vorsprung durch Technik für Tiroler Westligisten

GPS-Westen helfen Kitzbühel und Wörgl, ihre Westliga-Generalproben zu analysieren.

© Hans OsterauerAndreas Hölzl muss sich vor den Datenauswertungen nicht fürchten – der Mittelfeldmotor zählt zu den laufstärksten Kitzbühlern.



Von Daniel Lenninger

Kitzbühel, Wörgl – Den einen oder anderen Meter im Spiel einzusparen, empfiehlt sich aus Sicht der Westliga-Kicker des FC Kitzbühel nicht. GPS-Westen, die die Laufleistungen der Akteure aufzeichnen, sind längst auch in der Regionalliga angekommen. Coach Alexander Markl kann jedenfalls niemand so leicht täuschen: „Ich erhalte acht bis zehn Werte, die mir die Trainingssteuerung erleichtern und den Spielern als Motivation dienen“, konkretisiert der Übungsleiter die bewährte Win-win-Situation, die offenbar auch beim Kaderpersonal auf offene Ohren stößt.

Die Zahlen dürften am Samstag im ÖFB-Cup-Thriller gegen Lafnitz gestimmt haben. Ansonsten hätten sich die Gamsstädter im Duell mit dem favorisierten Zweitligisten vor heimischer Kulisse wohl auch nicht durch zwei späte Treffer zum 2:2-Ausgleich in die letztlich verlorene Verlängerung retten können. „Die Mannschaft hat übermenschliche Kräfte entwickelt“, spielt Markl auf den Ausschluss von Sascha Wörgetter an, die den Kitzbühlern unmittelbar vor dem Doppelschlag eine numerische Unterzahl bescherte. Auch das mit sieben Stichen genähte Cut des ausgeschiedenen Thomas Hartl handicapte den Regionalligisten. Der Kapitän droht für den Liga-Start am Sonntag in der Reichenau auszufallen. Bevor es losgeht, warnt Markl, dessen Elf im Frühjahr das zweitbeste Rückrunden-Team stellte, vor zu hohen Erwartungen: „Man kann nicht davon ausgehen, dass immer alles für uns läuft.“ Durch die Neuzugäng­e wie Stürmer Yigit Baydar habe man allerdings „mehr Möglichkeiten“.

Bereits am Freitag muss Wörgl im zweiten Tiroler Derby des Auftaktspieltags gegen Kufstein ran. Auch die Unterländer greifen auf die GPS-Technik zurück. Weniger diese Werte als vielmehr die Ergebnisse der Testspiele dürften Coach Denis Husic die Sorgenfalten auf die Stirn treiben. In der Generalprobe kassierte das mit einem großen Kaderumbruch konfrontierte Wörgl eine 0:4-Klatsche gegen Tirolligist Hall. „Dies­e Niederlage ist genau zum richtigen Zeitpunkt gekommen und das Spiel war nicht so schlecht, wie es das Ergebnis vermuten lässt“, versucht Husic die Ruhe zu bewahren: „Ich bin lange genug dabei, um damit gelassen umzugehen.“ Husic zeigt sich also zuversichtlich, dass seine Spieler Hoffnungen auf Punkteprämien hegen dürfen. Oder in Zeiten wie diesen vielleicht sogar auf Kilometergelder für gelaufene Distanzen.