Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 06.08.2018


Regionalliga West

Favoriten straucheln: Verkehrte Welt in der Regionalliga West

Mit Anif, Grödig, Schwaz und Altachs Amateuren legten die besten Teams der abgelaufenen Regionalliga-Saison einen Fehlstart hin.

© KristenSchwaz-Coach Bernhard Lampl war froh, dass sich sein Team gegen Pinzgau Saalfelden noch zurückkämpfte und einen Punkt holte.



Von Manuel Lutz

Schwaz – Nach zwei Runden bringt die Tabelle der Regionalliga West einige Überraschungen mit sich. Die besten vier Mannschaften der abgelaufenen Saison sind aktuell am Ende des Klassements zu finden. Meister Anif konnte als einziges Team noch nicht anschreiben und hat damit die rote Laterne inne. Schwaz und die Altach Amateure liegen mit einem Zähler unmittelbar davor, Vizemeister Grödig fuhr zumindest zwei Remis ein und ist auf Rang zwölf zu finden. Für Schwaz-Coach Bernhard Lampl ist klar: „Die Liga ist heuer sicher ausgeglichener, die oberen Teams hatten einige Abgänge.“

Mit dem 2:2 beim FC Pinzgau Saalfelden konnten die Silberstädter am Samstag erstmals anschreiben. Dabei holten die Tiroler zweimal einen Rückstand auf, Lampl ist daher nicht unzufrieden: „De facto bin ich nach dem Spiel froh, dass sich die Mannschaft immer wieder aufgerichtet hat und den Ausgleich noch gemacht hat.“ Dabei sah der Coach Parallelen zum Spiel gegen Hohenems in der ersten Runde: „Wir haben wieder die erste Hälfte verschlafen. Uns fehlt momentan einfach ein bisschen das Glück. Und hinten machst einen Fehler und bekommst ein Tor.“

Panik herrscht im Lager der Schwazer jedoch nicht, die magere Ausbeute zum Saisonstart hat mehrere Gründe: „Es ist ein Mix aus allem. Die Mannschaft muss zusammenfinden, das Glück werden wir uns wieder erarbeiten. Und wir sind einfach in den ersten beiden Spielen zu locker in die Partie gegangen. Das Positive war, dass wir in der zweiten Hälfte super gespielt haben, in der Kabine sind wir zusammengerückt, da habe ich emotionaler werden müssen.“ Mit der Chancenauswertung hadert Lampl noch: „Wenn wir gleich eine Chance reinhauen, machen wir in beiden Spielen sechs Tore, aber das ist bei dem blöden Fußball so.“

Salzburg lässt grüßen: Verstecken werden sich die Schwazer in Zukunft nicht, Lampl will jedes Spiel gewinnen, so auch in der nächsten Runde gegen Kitzbühel. Mit Blickrichtung auf den Kracher im ÖFB-Cup gegen Meister Red Bull Salzburg meint der 33-Jährige jedoch mit einem Lachen: „Nur gegen Red Bull muss man nicht gewinnen und auf Angriff spielen.“