Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 09.08.2018


Tiroler Liga

Die UPC Tirol Liga wird zur „Keine-Sorgen-Liga“

Fünf Aufsteiger, kein Absteiger: Die geplante Reform der Westliga wirft auch auf die neue Saison in der UPC Tirol Liga ihre Schatten voraus.

© Jakob GruberAufsteiger Natters und Trainer Alex Pfurtscheller können sich wie Volders und Söll ohne Abstiegssorgen an die neue Liga gewöhnen.



Von Alois Moser

Innsbruck – In der letzten Saison war im Abstiegskampf der Tiroler Liga bis zum letzten Spiel Spannung geboten. Das wird in der neuen Spielzeit wohl nicht der Fall sein: Durch die Westligareform 2019/20 wird es heuer keinen Absteiger, dafür aber fünf Aufsteiger geben. Fünf Plätze, auf die sich einige Teams Chancen ausrechnen. Für andere bietet ein Jahr ohne Abstiegskampf unterdessen eine willkommene Atempause.

Die Favoriten: Telfs ist nach zwei Jahren, in denen man zweimal knapp am Aufstieg vorbeischrammte, auch heuer wieder mit in der Verlosung. „Ich sehe uns nicht als Favoriten“, wiegelt Trainer Werner Rott indes ab. Neue Saison, alte Probleme: „Unser Kader ist immer noch zu klein, wir sind jetzt schon personell am Limit.“ Ein Platz unter den Top fünf sei das Maximum: „Damit muss man zufrieden sein.“ Auch angesichts der lauten Nachbarn in Zirl. Mit Christoph Aschenwald soll ein alter Bekannter das Zirler Starensemble auf Kurs Richtung Meistertitel führen: „Die Favoriten­rolle nehmen wir gerne an.“ In Imst gibt es mit Sladjan Pejic ebenso einen neuen Trainer – und mit Taig­a Koketsu auch gleich den ersten Japaner der Vereins­geschichte. „Taiga braucht noch ein bisschen“, analysiert Neo-Trainer Pejic, ansonsten sei man aber bereit: „Die Stimmung ist gut.“

Die Wundertüten: Auch Hall wird als Mitfavorit gehandelt. Namhafte Zugänge (u. a. Marco Hesina) sollen den Löwen den nötigen Biss verleihen. Trainer Akif Güclü bleibt aber abwartend: „Ich kann die Mannschaft noch nicht ganz einschätzen.“ In den vielen, großteils jungen Neuzugängen stecke viel Potential, aber: „Wir werden noch ein wenig Zeit brauchen, bis wir richtig ins Rollen kommen. Bis dahin wollen wir so viel wie möglich mitnehmen.“ Auch bei den Wattener Amateuren soll die Inkonstanz der letzten Jahre Geschichte sein. Trainer Martin Rinker schraubt trotz einiger namhafter Neuzugänge und verbesserter Trainingsbedingungen seine Erwartungen aber noch nicht zu hoch: „Es ist schwer zum Einschätzen, auch für mich.“

Die Außenseiter: Auch Kirchbichl und Kematen werden als Mitfavoriten genannt. Bei den Unterländern ist man stolz, dass das tolle Frühjahr Respekt verschafft hat. „Mich freut die Anerkennung“, so Paul Schneeberger. Ihm ist aber ebenso klar wie Kematens Trainer Markus Schnellrieder: „Wir werden einen Lauf brauchen, um vorne mitspielen zu können.“

Die Entwickler: Mit den Aufsteigern Volders, Natters und Söll gibt es drei Teams, die sich ohne Abstiegssorgen an das höhere Niveau gewöhnen können. „Wir wollen die Mannschaft weiterentwickeln“, fasst Volders-Trainer Michael Streiter stellvertretend für viele seiner Amtskollegen zusammen. Auch Zams (mit Neo-Trainer Josef Haslwanter), St. Johann (Thomas Handle sitzt neu auf der Bank) und Völs wollen nach einer schwierigen letzten Saison heuer ohne Sorgen spielerisch Gas geben. Und nicht nur Halls Akif Güclü freut sich auf die Saison ohne Abstiegsgespenst: „Heuer können alle ohne Druck aufspielen. Das wird lässig.“