Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 12.08.2018


Tennis

MED-EL Innsbruck Open: Abschied und Hoffnung

Nach dem Ende der Future-Ära lebt beim Traditionsclub IEV die Hoffnung auf weitere internationale Tenniskost.

© kristenTurnierdirektorin Martine Stauder will weitermachen.Foto: Kristen



Von Robert Ullmann

Innsbruck – Die MED-EL Innsbruck Open sind Geschichte. Sie endeten mit einem Sieg des auf Nummer eins gesetzten Alessandro Petrone. Der 27-jährige Italiener bezwang im Endspiel, das gutes Niveau erreichte, Yuta Shimizu 2:6, 6:1, 6:4. Der 19-jährige Japaner avancierte zuvor auf der IEV-Anlage zum Österreicher-Schreck, schaltete auf dem Weg ins Endspiel Sandro Kopp, Jonas Trinker (beide IEV) und Alexander Erler (Kufstein) aus. Letzterer hielt sich im Doppel schadlos. Erler, für den Salzburger TC im Einsatz, verteidigte nach einem Kraftakt (11:9 nach 6:9-Rückstand im Match-Tiebreak) mit Jakob Aichhorn (Salzburg) den Doppeltitel. Im Vorjahr hatte er mit Matthias Haim gewonnen. Ein versöhnliches Ende also für den Tiroler nach der mäßigen Vorstellung im Halbfinale.

Eine positive sportliche Bilanz zog Turnierdirektorin Martine Stauder. „Trotz des Qualitätsverlustes bei den Nennungen (Anm.: Die Nummer eins steht auf ATP-Ranking 462) war das spielerische Niveau ausgezeichnet.“ Das drückt dem Abschluss der österreichischen Future-Serie einen sportlich positiven Stempel auf, wenngleich die Resonanz der Zuschauer nicht den Erwartungen entsprach. Enttäuschend außerdem, dass kein Offizieller den Weg auf die IEV-Anlage fand. Auch die Siegerehrung hätte ähnlichen Glanz verdient wie jene bei den Turnieren in Telfs und Kramsach.

Das Kapitel Future-Turniere um ein Preisgeld von 15.000 Dollar ist abgeschlossen. Wie es beim TK IEV im Turniergeschehen weitergeht, bleibt offen. Ob sich die von der ITF geplante Transition-Tour bzw. World-Tour in Innsbruck etablieren wird, „hängt“, so Stauder, „einerseits vom Sponsor, andererseits vom ÖTV ab“. Die Hoffnung, dass in Innsbruck auch in Zukunft internationale Kost geboten wird, lebt aber. Stauder: „Ich bin mir nicht sicher, dass die MED-EL Open die letzte internationale Veranstaltung beim IEV waren.“

Bei allen Abstrichen: Ein Turnier auf internationalem Niveau gehört zum TK IEV wie der Sand auf die 12 Freiplätze. Die Turnier-Geschichte reicht nämlich bis in die 70er-Jahre zurück. Internationale Tenniskost gehört auch zur Sportstadt Innsbruck. Auch wenn Stadtführung und IEV-Vorstand in der Frage Neuorientierung nicht immer einer Meinung sind.




Kommentieren


Schlagworte