Letztes Update am Do, 16.08.2018 09:08

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kletter-WM 2018

Röck verzichtet auf WM: „Auch wenn es mir das Herz bricht“

Tirols Kletter-Größe Magdalena Röck verzichtet „schweren Herzens“ auf die in drei Wochen beginnende Heim-WM. Eine Vernunftsentscheidung.

Seit zwei Jahren schlägt sich Magdalena Röck mit diversen Verletzungen herum.

© Heiko WilhelmSeit zwei Jahren schlägt sich Magdalena Röck mit diversen Verletzungen herum.



Von Max Ischia

Innsbruck – Wenn sie nicht gerade auf Therapie ist, dann verbringt Magdalena Röck gegenwärtig viel Zeit in den Bergen und genießt die nicht selten strahlenden Sommertage nicht ungern am Möserer See. Viel lieber aber würde sie in irgendeiner stickigen Kletterhalle sein – um zu trainieren. Doch zwei in Mitleidenschaft gezogene Schultern („Zuerst war’s die rechte, dann die linke“) und immer wiederkehrende Entzündungen in den Fingern lassen gegenwärtig nicht mehr als lockere Übungseinheiten zu.

Zu wenig jedenfalls, um es ernsthaft mit dem Rest der Welt aufzunehmen. Deshalb entschloss sich die Landeckerin kürzlich gemeinsam mit ihrem Trainerteam zu einem WM-Verzicht. „Es macht einfach keinen Sinn. Die Schmerzen sind zu groß. Auch wenn es mir das Herz bricht.“

Schon nach den ersten beiden Vorstieg-Weltcups in Villars (Platz 30) und Chamonix (59) hatte die 24-Jährige die Notbremse gezogen und die weiteren Bewerbe in Briançon und Arco ausgelassen. Auch oder insbesondere, um sich noch an den Strohhalm Heim-WM festzuklammern. Letztlich vergeblich. Die Schmerzen …

Es war ziemlich genau vor zwei Jahren, als sich für die Jugend- und Juniorenweltmeisterin und zweifache WM-Dritte (2011, 2014) eine Negativspirale in Gang setzen sollte, die sich bis heute nicht wirklich stoppen ließ. Schon bei ihrem zweiten und bis dato letzten Weltcuptriumph im August 2016 in Imst war sie durch eine Sehnenscheidenentzündung im rechten Ringfinger gehandicapt. Eine Verletzung, die sie in den folgenden Monaten nicht mehr loswerden sollte – und sie von Doktor zu Doktor, von Therapeut zu Therapeut und von Behandlungsmethode zu Behandlungsmethode führte. Cortison, Hyaluronsäure, Eigenblut – nichts, was Röck nicht versucht hätte. Nichts, was letztlich nachhaltig Besserung gebracht hätte.

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Nach einer von mehr Tiefen als Höhen geprägten Saison 2017 sollte dieses Jahr alles anders werden – doch die Problematik mit Fingern und nunmehr Schultern holte das Stehaufweiberl wieder ein – und die Maschinerie aus Physiotherapie und Osteopathie nahm wieder hochtourig Fahrt auf.

Selbstredend, dass sich mehr und mehr Zweifel breitmachten und sich Röck nicht nur einmal die Sinnfrage stellte. Mehr aber auch nicht. „Ans Aufhören habe ich nie wirklich gedacht. Dafür liebe ich die Kletterei zu sehr.“

So sehr der Verzicht auf die Heim-WM auch schmerze, sei ihr klar, dass es Schlimmeres im Leben gibt. „Und es wird wieder Höhepunkte geben, für die es sich lohnt, zu kämpfen.“ Ähnlich sieht es auch ihre langjährige Zimmerkollegin Jessica Pilz. „Es ist so schade für die Maggi. Ich hoffe, dass sie möglichst bald wieder fit ist.“