Letztes Update am Do, 30.08.2018 12:08

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Extremsport

Ötztaler vs. Dolomitenmann: Zwei extreme Klassiker auf Augenhöhe

Erst der Ötztaler Radmarathon mit Start/Ziel in Sölden (2.9.), dann der Dolomitenmann in Lienz (8.9.): Die Extremsport- und Ausdauerszene begrüßt in Tirol alljährlich zwei Klassiker, die viel gemein haben.

Wer ist härter: der „Ötztaler“ oder der Dolomitenmann? Eine Antwort scheint kaum möglich, aber die beiden Klassiker begegnen sich jedenfalls auf Augenhöhe.

© Red Bull, SpoettlWer ist härter: der „Ötztaler“ oder der Dolomitenmann? Eine Antwort scheint kaum möglich, aber die beiden Klassiker begegnen sich jedenfalls auf Augenhöhe.



Von Florian Madl

Der Mythos Ötztaler Radmarathon

Sölden – „Ich habe einen Traum!“ Mit diesem Slogan kann der Mythos Ötztaler Radmarathon umrissen werden. Während es sich allerdings beim Dolomitenmann um einen Staffelbewerb handelte, so geht es beim „Ötzi“ um eine Sololeistung. 238 Rad-Kilometer, garniert mit 5500 Höhenmetern, Start/Ziel in Sölden. Allein das Dabeisein ist ein Traum, 15.000 Leute und mehr bewerben sich um einen der 4000 Startplätze. Der durchschnittliche Teilnehmer ist dabei männlich, Mitte vierzig und wohnt in Deutschland.

Veranstalter Ernst Lorenz­i, der heuer das Zepter an seinen Nachfolger Dominic Kuen übergibt, steht für das aufwändige Konzept Pate. Mittlerweile gilt der „Ötz­taler“ als Prototyp einer Tourismusrundfahrt, Nachahmer fanden sich seit dessen Premiere (1982) viele.

Über 1000 Personen arbeiten an der Abwicklung des Rennens mit, viele von ihnen unentgeltlich. Und die Teilnehmer müssen sich angesichts von üppigen Labestationen (ca. 12,5 l Wasser gesamt für jeden Starter) nicht um die Verpflegung sorgen. 9000 Kalorien, rechnete ein Sportwissenschafter vor, würde jeder im Zuge eines „Ötztalers“ durchschnittlich verbrennen. Aber was heißt das schon: Wer die 66 Serpentinen, die Unzahl an Höhenmetern bewältigt hat, dem ist nur zu gratulieren.

Dolomitenmann: „Für die Härtesten unter der Sonne“

„Für die Härtesten unter der Sonne“, gibt Veranstalter Werner Grissmann aus, wenn es um seinen „Dolomitenmann“ geht. Der Startschuss zum Staffelbewerb aus Berglauf, Para­gleiten, Mountainbike und Kajak fällt am 8. September (10 Uhr) am Lienzer Hauptplatz, Weltmeister und Olympiasieger anderer Branchen folgen dem Ruf. Medial stieß die Veranstaltung nicht zuletzt dank Hauptsponsor Red Bull in eine neue Liga vor, die Stoßrichtung bleibt angesichts von 22 Millionen Kontakten touristisch.

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Möglich macht das nicht zuletzt der Familienbetrieb Grissmann rund um Ideenspender Werner, den exzentrischen Ex-Skirennläufer, dessen Frau Sandra sowie der Kinder Niki und Nina. Möglich macht das ein Team von 700 freiwilligen Helfern, die den 500 Athleten so viel Hilfestellung wie möglich leisten. Selbst eine Blasmusik am Kühbodentörl auf 2441 Metern Seehöhe ergänzt das liebevoll gestaltete Programm mit bis zu 20 Side Events abseits der Rennen wie Spaghetti­party. Eine Veranstaltung, die weit über eine halbe Million verschlingt. Grissmann wollte bei der Premiere im Jahr 1988 vor allem eines: „die größte Freiluft-Sportarena der Welt“ rund um Lienz prominent in Szene setzen. Das scheint ihm gelungen zu sein.

Ötztaler Radmarathon vs. Dolomitenmann

Ötztaler Radmarathon

Termin:

2. September, 6.45 Uhr

Schauplatz:

Sölden, Oetz, Kühtai, Innsbruck, Brenner, Sterzing, Jaufenpass, St. Leonhard, Timmelsjoch, Sölden (238 km, 5500 Hm)

Auflage:

38

Sportart:

Straßenrad

Mastermind:

Ernst Lorenzi

Teilnehmer:

4000 Teilnehmende

Nationen:

50

Ehemalige Stars:

u. a. Rad-Olympia­sieger Jan Ullrich, Ex-Slalom-Weltmeister Frank Wörndl

Budget:

600.000 € (Zahl 2017)

Nachahmer:

zahlreiche seit der Premiere am 22. August 1982

Termin:

8. September, 10 Uhr

Schauplatz:

Lienz und Umgebung

Auflage:

31

Sportarten:

Staffelbewerb aus Berglauf, Paragleiten, Mountainbike und Kajak

Mastermind:

Werner Grissmann

Teilnehmer:

500 (125 Mannschaften à 4 Teilnehmer)

Zuschauer:

30.000

Teilnehmende Nationen:

20

Ehemalige Stars:

u. a. Langlauf-Olympiasieger Wladimir Smirnow

Budget:

600.000 € (Zahl 2014)

Nachahmer:

Versuche in Kapstadt (RSA) und nahe Ätna (ITA)