Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 06.09.2018


Ringen

„Danach gehen wir auf ein Bier“

Wenn ab Samstag der RSC Inzing, AC Hötting und AC Vollkraft in der Ringer-Bundesliga loslegen, wächst die Sehnsucht nach dem legendären Innsbrucker Derby.

© Andreas Rottensteiner / TTDie Ringer-Bundesliga startet durch. Neben Deutschland-Legionär Daniel Gastl fällt auch der Arzler Daniel Anzengruber (Bild r.) aus.



Von Benjamin Kiechl

Innsbruck, Inzing – Der 5. November 2016 ist zwar erst knapp zwei Jahre her, für Franz Pitschmann ist das aber eine halbe Ewigkeit. „Es wird wieder Zeit“, sagt der Obmann des AC Hötting und meint damit die Neuauflag­e des Innsbrucker Ringer­derbys zwischen Hötting und dem AC Vollkraft aus Arzl. „Ein Derby ist für uns das Um und Auf. Da kommen die Innsbrucke­r hinter dem Kamin hervor!“ Der neue Arzl-Obmann Klaus Riederer, der im Frühling nach rund 15 Jahren Michael Kirschner nachfolgte, pflichtet bei: „Das Derby ist für uns genial, da geht nichts drüber.“ Auf der Matte schenken sich die beiden Stadtrivalen nichts, nach den Kämpfen stehe die Freundschaft im Vordergrund, so Riederer: „Danach gehen wir auf ein Bier, so als ob nichts gewesen wäre.“ Die Sehnsucht nach dem Derby sei groß, eine Saison ohne Highlight solle nicht mehr passieren.

Aufgrund der Liga-Reform mit drei Play-off-Gruppen hatten sich die Tiroler Verein­e im Vorjahr aber genau verpasst. Wird es dieses Jahr klappen? Wenn Hötting, Arzl und der RSC Inzing erneut in unterschiedliche Play-off-Gruppen fallen, ist die nächst­e Flaute perfekt.

Daran will jetzt freilich niemand denken. Der Fokus ist auf den Saisonstart am Samstag gerichtet. Hötting hat sich etwas Neues einfallen lassen und trägt den ersten Saison­heimkampf gegen Wals Juniors beim Partnerverein in Hatting (19.30 Uhr/Volksschule) aus. Obmann Franz Pitschmann hofft auf einen Sieg zum Auftakt, „dann ist vieles möglich“.

In Arzl weht nicht zuletzt dank des neuen Vereinsheims (soll bis zum 15. September fertig werden) ein frischer Wind. Schmerzhaft sei der Ausfall von Doppel-Staatsmeister Daniel Anzengruber. „Nach einer Schulter-OP kann er uns diese Saison nicht helfen“, erzählt Riederer.

Der RSC Inzing will die Nummer eins in Tirol bleiben. Ohne Daniel Gastl, der nur noch in der deutschen Liga ringt (die TT berichtete), setzt Obmann Klaus Draxl neben Polizeisportler Michael Wagner auf die jungen Wilden: „Wir haben einen extrem starken Nachwuchs“, hofft Draxl sogar auf eine Medaille.

Ringen Bundesliga

Liga 2018: 10 Mannschaften, Vorrunde mit drei Gruppen:

Gruppe A: AC Hörbranz, AC Vollkraft, KSK Klaus.

Gruppe B: KSV Götzis, AC Wals Juniors, AC Hötting

Gruppe C: KSV Söding, RSC Inzing, KSK Klaus Juniors.

Meister AC Wals steigt erst in den Play-offs in die Liga ein.

Modus: Im oberen Play-off kämpfen Vorjahresmeister Wals sowie die drei Gruppen-Ersten um den Titel. Im mittleren Play-off geht es für die Gruppenzweiten um die Plätze fünf bis sieben, die Gruppenletzten kommen ins untere Play-off.

1. Runde (8. September):

Hötting — Wals Juniors (19.30/Volksschule Hatting); Hörbranz — AC Vollkraft, Söding — RSC Inzing.