Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 06.09.2018


Eishockey

Wattener Pinguine holen Legende Puschnik als Coach

Feldkirchs Eishockey-Urgestein Gerhard Puschnik übernimmt den Trainerjob bei Eliteligist Wattens.

© gepaSo kennt man ihn aus VEU-Zeiten: Gerhard Puschnik.Archivf oto: gepa



Von Alex Gruber

Wattens – Mehrfacher österreichischer Eishockey-Meister sowie Europa-Hockey-League-Sieger und IIHF-Super-Cup-Champion (jeweils 1998) im Dress der VEU Feldkirch, dreimaliger Olympia-Teilnehmer (1988/1994/1998) und mehrfacher A-WM-Teilnehmer mit dem österreichischen Nationalteam, zudem verlässlicher Torgarant – mehr legendäre Geschichten als Gerhard Puschnik haben im rotweißroten Eishockey wohl nur ganz wenige zu erzählen.

„Ich bin beim Nachschlagen seiner Vita selber ins Staunen gekommen“, lacht Wattens-Sportchef Markus Gander (mit 46 um fünf Jahre jünger als sein neuer Cheftrainer) das Herz: „Wir wollten ihn schon letztes Jahr. Jetzt ist uns die Verpflichtung eines Supertypen gelungen.“ Die Pinguine visieren ja den Aufstieg in die dritte Liga an.

Puschnik fuhr zuletzt in der steirischen Oberliga mit Kapfenberg zwei Titelgewinne ein, werkte lange Jahre als Nachwuchstrainer beim EHC Linz, wo er auch zwei Jahre als Spieler aktiv war. Vor allem im Ländle ist der „Puschi“, der im Sommer im Waldbad in Feldkirch einen Kiosk betreibt, eine echte Legende. „Er ist bekannt wie ein bunter Hund“, führt Heimo Kofler, Hockey-Experte der Vorarlberger Nachrichten, aus. „Ich konnte die erfolgreichste Zeit bei der VEU mitgestalten und war 22 Jahre Profi. Ich bin auch von Verletzungen verschont geblieben und bin dankbar für diese Zeit. Es war nicht nur schön, sondern es steckte auch eine Menge Arbeit dahinter“, sagt Puschnik bescheiden.

Nach einem Italien-Urlaub wird er am 14. September das erste Training der Wattener Pinguine in Telfs leiten, zwei Tage später wartet gegen Füssen der erste Test. „Die Pläne von Wattens sind interessant“, vermerkt Puschnik.

Worauf er als Trainer Wert legt? „Auf Disziplin und Ehrlichkeit. Wenn’s passt, können wir Spaß haben, sonst nicht. Im Prinzip machen die Spieler den Trainingsplan selbst: Wenn sie im Spiel nicht laufen, müssen wir es im Training nachholen“, führt der 51-Jährige schmunzelnd aus. Einige Wattens-Routiniers (Schwitzer, Schennach) kennt Puschnik bereits, Menschlichkeit sei ein bedeutender Faktor: „Ich war ja auch beim U20-Team aktiv. Man ist für junge Spieler nicht nur Trainer, sondern auch Ersatzpapa. Mein Kammerl steht 24 Stunden am Tag offen.“ Das hört sich gut an.