Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 08.09.2018


Sportreferententagung

Keine Lösung: 50-Meter-Bahn schwimmt in Innsbruck davon

Sportreferenten tagten in Innsbruck – Bund vermisst Konzept für 50-Meter-Becken.

© gepa/bremSymbolbild.



Innsbruck – Schon seit Jahren, manche sagen seit Jahrzehnten, wird über den Bau einer 50-Meter-Langbahn für Wettkampfschwimmer in der Tiroler Landeshauptstadt diskutiert. Die Sportstätten waren gestern auch am Rande Thema bei der Landessport­referententagung in Innsbruck. Der österreichische Schwimmverband, der ein Leistungszentrum in Innsbruck plant, formulierte bereits einen Förderantrag an das Sportministerium. Dort will man das 50-Meter-Becken, dessen Gesamtinvestitionsvolumen mit 30 Mio. Euro beziffert wird, mit rund fünf bis sechs Mio. Euro fördern. „Nur die Stadt Innsbruck muss endlich sagen, wie sie sich das Projekt letztlich vorstellt. Innsbruck ist am Zug“, betont der stellvertretende Kabinettschef von Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FP) und Sportreferent Philipp Trattner. Das geplante bzw. integrierte 25-Meter-Lernbecken werde der Bund jedoch nicht subventionieren.

Im Mittelpunkt stand bei dem „politischen Sporttreff“ die künftige Sportstrategie. Die Geldflüsse und die Struktur sollen dabei gestrafft und auch die Förderungen der drei Dachverbände ASVÖ, Union und ASKÖ verringert werden. Vom Gießkannenprinzip bei den Förderungen möchte der Bund wegkommen, kündigte Trattner an.

Ziel der „Sport Strategie Austria“ ist es, die Förderung des (Nachwuchs-)Sports und die damit einhergehende Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und den jeweiligen Sportverbänden künftig zu stärken. „Wir unterstützen die Bestrebungen des Bundes und begrüßen es, dass die Länder in diesem Ausarbeitungsprozess noch stärker eingebunden werden sollen. Es ist wichtig, Rahmenbedingungen zu schaffen, die den Breiten- und Leistungssport in Tirol für noch mehr Menschen attraktiv machen“, ist Tirols Sportreferent LHStv. Josef Geisler (VP) überzeugt. Leistungszentren sollen dort entstehen, wo es die besten Voraussetzungen gebe.

Präsentiert wurde auch eine Studie der Bundessportorganisation. In keinem Bundesland gibt es so viele Sportvereinsmitglieder wie in Tirol, nämlich 260.000 in 2300 Vereinen. „Mit 35,2 Prozent weist Tirol vor Salzburg mit 28,7 Prozent den höchsten Wert auf“, freut sich Geisler. (pn)