Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 08.09.2018


Handball

Das Westderby weckt bei Bergemann Erinnerungen

Mit Hard wurde Schwaz-Coach Bergemann Meister. Heute (19 Uhr/live laola1.tv) ist Handball Tirol auswärts gegen den Vizemeister gefordert.

© Thomas Boehm / TTSchwaz-Coach Bergemann trifft auf seinen Ex-Klub.



Von Benjamin Kiechl

Schwaz – „Der Hard-Trainer hat in Schwaz nie gewonnen“, erinnert sich Frank Berge­mann rückblickend. Als der nunmehrige Schwaz-Coach in der Saison 2002/03 den HC Hard zum ersten Meistertitel und in der Champions League zu internationalen Höhenflügen führte, war Tirol ein berüchtigt hartes Pflaster für die roten Teufel.

In den letzten Jahren gab es für Schwaz indes weder zu Hause noch auswärts viel zu holen. Das soll sich nun zum Positiven ändern: Das Westderby in der Spusu-Liga heut­e (19 Uhr/Sporthalle am See und live laoala1.tv) gegen die Vorarlberger weckt bei Berge­mann Erinnerungen. „Ich kenne noch sehr viele Leute aus meiner Zeit in Vorarlberg, es ist ein spezielles Gefühl, in die Halle zurückzukommen. Es waren tolle Erlebnisse dabei.“ Aber das sei vorbei. „Mit der Vergangenheit beschäftig­e ich mich derzeit überhaupt nicht“, gibt Bergemann zu Protokoll, sein Herz schlage nun für Schwaz. Die Tiroler sind heute der Underdog, ein Punktgewinn im Ländle wäre ein Erfolg und die richtige Reaktion nach der 22:24-Auftaktniederlage gegen Linz.

„Einige Spieler werden jetzt mehr nachdenken, das ist eine normale Situation“, sagt der Coach und will von seiner Mannschaft Kampfgeist sehen.

Aber auch der Gegner spielt mit der Wut im Bauch: Der Vizemeister, Cup- und Supercup-Sieger Hard erwischte einen Liga-Fehlstart und kassierte eine 21:27 Niederlage in Krems (der Tiroler Thomas Kandolf war mit sieben Toren Topscorer).

Während Schwaz als Saisonziel den Einzug ins obere Play-off anpeilt, strebt Hard nach mehr: „Hard schreit beim Meistertitel sofort ,Hier!‘“, weiß Bergemann. „In den letzten Jahren war der Verein das Maß der Dinge.“

Schwaz will sich im Livespiel bestmöglich präsentieren. Bergemann unterstreicht, dass das Team noch Zeit benötige. „Wir müssen geduldig sein, vor allem auch im Umfeld.“